Mittelamerika. Guatemala.
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IV. MttetmneriKa.
(W- Wintzer a. a. O. — K, Sapper, Mittelamerikanische Reisen und Studien aus den Jahren 1883—1900. Braunschweig 1902. — A. Dix, in: Amerika, hrsg. v. E. von Halle, Hamburg 1905, S. 431—465. — Die Entwicklung der deutschen Seeinteresseu im letzten Jahrzehnt, S 101 ff. — P. Langhans, Karte der Verbreitung des Deutschtums in Süd und Mittelamerika, 1:30000000, in: Deutscher Kolonialatlas, auch separat.)
1. Guatemala/)
Von den sechs Freistaaten Mittelamerikas ist Guatemala bei weitem der sortgeschrittenste und blühendste; dank der Fruchtbarkeit des Bodens und der Güte des Klimas befindet er sich auf einer verhältnismäßig hohen Stufe wirtschaftlicher Entwicklung. In keinem andern Staate ist auch die Bedeutung des Deutschtums, das hier schon über ein halbes Jahrhundert alt ist, so umfassend nirgends wurzelt es fester in einem weit ausgedehnten Grundbesitz.
Die Zahl der Deutschen ist sür das'Jahr 1897 aus nachstehender Tabelle, die zugleich Umfang und Wert des deutschen Grundbesitzes angibt, ersichtlich^):
Kons ulats-Bezirk
Zahl der Deutschen
Deutscher Grundbesitz
Männer
Frauen
und Kinder
Zusammen
Umfaug tjlcm
Wert in Millionen Mark
150
31
131
1420
10
66
15
31
605
9
460
42
502
565
27
Quezaltenango......
95
41
136
135
13
Summe
771
129
900
2725
64
Inzwischen wird jedoch die Zahl 1000 wohl schon überschritten worden sein. Hiervon mögen gegen 250 in der Hauptstadt Guatemala leben, während sich der Rest ziemlich gleichmäßig auf die Departements San Marcos, Alta Verapaz und Quezaltenango verteilt, in denen die größten deutschen Kolonien anzutreffen sind. Den Pflanzern und Kaufleuten sind in: Laufe der Zeit Ingenieure, Handwerker, ferner Lehrer, die an Deutsche und Einheimische Privatunterricht zu erteilen pflegen, und auch einige Aerzte gefolgt.
Von allen Pflanzungen besitzen die Deutschen den größten Teil; die Gesamtfläche des deutschen Besitzes, der sich nach der obigen Tabelle schon im Jahre 1897 auf 2725 c^in belief, beträgt 2>/4 °/° der Gesamtfläche der Republik und ist größer als das Herzogtum Anhalt; sie stellte vor dem großen Rückgang der Kaffeepreise einen Gesamtwert von etwa 150 Millionen Mark dar. Von diesen Plantagen, deren größte etwa 540 cilcm umfaßt, find zehn im Besitz von sieben Aktiengesellschaften/') während die übrigen 157 einzelnen Besitzern oder Besitzergruppen, im ganzen 83, gehören. Zum kleineren Teil sind sie mit Kaffee-
') F. C. v. Eckert. Die wirtschaftlichen Interessen Deutschlauds in Guatemala, Beitr. z. Kolonialpolitik lll >1901—1902^ Heft 8 und 9.
2) Aus Sapper, a. a. O-, S. 341.
Kaffee- und Zuckerrohr-Pflanzungen werden von folgenden in Hamburg ansässigen Plantagen-Gesellschaften betrieben: Hanseatische Plantagen-Ges. Guatemala-Hamburg. A.-G, gegr. 1889, Kapital: 4,1 Mill. Mk.; Guatemala-Plant.-Ges., A.-G, gegr. IM' Kapital: 2 Mill. Mk.; Chocolü-Plant.-Ges., A.-G-, gegr. 1891, Kapital: 2,6 Mill. Mt., Osuma-Rochela-Plantagen Ges., A.-G, gegr. 1895, Kapital: 5 Mill. Mk.; Plantagen-Ges. „eonoepeinn", A.-G., Kapital: 2 Mill. Mk.