Britisch-Ostafrika und Zanzibar.
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In Daressalam erscheint seit 1898 wöchentlich die „Deutsch-Ostafrikanische Zeitung" nnt der Verlage: „Amtlicher Anzeiger für Deutsch-Ostafrika", herausgegeben vom Kaiserlichen Gouvernement (nach Bedarf), in Tanga wöchentlich die „Usambara-Post" mit der Beilage: „Mitteilungen aus der Biologisch-landwirtschaftlichen Institut Amani".
XVI. Writisch HstaftiKa und ZanMr.
Der Anteil, den der deutsche Handel an der Ausfuhr Britisch-Ostafrikas nimmt, ist nicht bedeutend; im Jahre 1902 erreichte er mit 3191 °6 nur 2,1°/» der Gefamtausfuhr. Dagegen entfielen von der Einfuhr in dem genannten Jahre auf Deutschland, das für 50590 ^ einführte (hauptsächlich Reis, Wem und Bier), 11,4°/»; freilich hatte Deutschland vor mehreren Jahren schon einen höheren Prozentsatz erreicht.
Nach der deutschen Statistik belief sich Deutschlands Einfuhr aus Britisch- Ostafrika 1901 aus 1,9, in den beiden folgenden Jahren auf je 2,2, im Jahre 1904 auf 2,5 Millionen Mark, die deutsche Aussuhr dorthin 1902: auf 1,4, 1903: 3,2, 1904: 1,8 Millionen Mark.
Handel Deutschlands mit Britisch-Ostasrika 1897—1904. (Millionen Mark. — Statistik des Deutschen Reiches.)
Jahr
Einsuhr aus
Britisch
Ausfuhr nach
Dstafrika
Zusammen
Jahr
Einfuhr aus
Vritisch-
Ausfuhr nach
Ostafrika
Zusammen
1897 1393 1399 1900
es
1,7 1,9
2,1
1,2 0,9 1,4 1,4
2,1
2,6 3,3 3,5
1901 1902 1903 1904
1,9 2,2 2,2 2,5
1,5 1,4 3,2 1,3
3,4 3,6 5,4 4,3
Im Schisssverkehr der beiden Häfen Mombasfa-Kilindini nahm im Jahre 1902/03 noch die britische Flagge den ersten Platz ein; im Laufe des nächsten Jahres 1903/04 ist sie aber von der deutschen, die also nunmehr an erster Stelle steht, überholt worden. Mit 96 Schiffen und 290 627 Reg.-Tons (gegen 68 und 166 345 im Vorjahre) erreichte Deutschlands Anteil nicht weniger als 46,9 °/<, des gesamten Schiffsverkehrs.
An evangelischen deutschen Missionsgesellschaften wirken: unter den Wakamba seit 1886 die Leipziger Mission (1903: 3 Stationen, 9 Missionare, 72 Christen) und unter den Wavokomo am unteren Tana die Neukirchener Mission (1903: 4 Stationen, 4 Außenstationen, 8 Missionare, 452 Christen).
Eine größere Rolle spielt der deutsche Handel in der srüher deutschen, jetzt englischen Kolonie Zanzibar.') Hier lebten um 1899 neben 100 Engländern etwa 40 Deutsche, von denen im Jahre 1904: 33 aus Deutschland gebürtig und reichsangehörig waren. In den vier deutschen Filialhäusern sind einschließlich der Kredite 6 Millionen Mark angelegt. Die gesamten deutschen Kapitalanlagen haben sich im letzten Jahrzehnt verdoppelt. Daß im Außenhandel Deutsch- Ostasrikas Zanzibar bei weitem an der Spitze steht, wurde bereits oben (siehe S. 279) bemerkt.
') In Zanzibar und Mombassa beabsichtigt die „Deutsch-Ostafrikanische Baut" Niederlassungen einzurichten.