Kamerun- Deutsche Missionen und Vereine. — Congostaat und Congo srcmcais. 261
Evangelische Missionen. Die Baseler Mission wirkt seit dem Jahre 1886, wo sie die Arbeit englischer Baptisten übernahm, unter verschiedenen kleineren Stämmen, namentlich unter den Duala, und unterhält gegenwärtig 11 Haupt- und 204 Nebenstationen bezw. Filialen und 204 „Dorfschulen" mit 5703 Schülern. Auf den deutschen Unterricht wird besonderer Nachdruck gelegt in den fünf Knabenschulen, den drei Mittelschulen und besonders in den zwei „deutschen Schulen" in Duala. Außerdem bestehen ein Gehilfenseminar und zwei Mädchenanstalten. Die Gesamtzahl aller Schüler beträgt 6462, wovon gegen 1000 Christen sind. Auf einigen Stationen werden von Zeit zu Zeit auch deutsche Gottesdienste gehalten. (1903: 31 ordinierte Missionare, 1 Lehrerin, 4786 Christen.)
Die deutsche Baptisten-Missionsgesellschaft hat vier Stationen, 31 Außenplätze und mehrere Schulen (acht weiße Missionare, darunter sechs ordinierte; 1548 Gemeindeglieder). — Auch in den Schulen der amerikanischen Presbyter- Mission wird Deutsch gelehrt.
Katholische Mission. Seit 1890 wirkt in der Apostolischen Präfektur Kamerun, die durch Breve vom 31. Dezember 1904 zum Apostolischen Vikariat erhoben worden ist, die 1835 gegründete Pallottiner-Kongregation in Limburg a. d. Lahn (Organe: „Der Stern von Afrika" und „Der Kameruner Missionskalender"). Sie unterhält gegenwärtig sieben Stationen, in deren Schulen 1418 Kinder unterwiesen wurden. Seit Oktober 1890 wurden 4330 Eingeborene getauft, von denen inzwischen gegen 800 gestorben sind. Einschließlich der aus benachbarten Gebieten Zugewanderten mag es an 4500 Katholiken in Kamerun geben.
Deutsche Vereine.
Der Deutsche Flottenverein hat Ortsgruppen in: Bata (mit Campo), Duala, Rio del Reu, Kamerun und Victoria, Verteilungsstellen in Kribi, Longji und Plantation. — In Edea besteht eine Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft.
X. GongosttMt und Kongo fmnxais.
Der Wert des deutschen Handels mit dem Congostaat hat sich in den acht Jahren von 1897—1904 rund um das Fünffache gesteigert: von 2,4 auf 12,1 Millionen Mark. An diesem Wachstum war aber nur die Einfuhr Deutschlands aus dem Congostaat beteiligt, die sich seit 1898 ohne Unterbrechung von Jahr zu Jahr vermehrt hat; die deutsche Beteiligung am Import war dagegen 1898—1900 schou größer als in den darauffolgenden Jahren.
Die Einfuhr aus Deutschland betrug im Jahre 1903 nach der im Congostaat geführten Statistik im Generalhandel 781 608 Fres., im SpezialHandel 639 098 Fres. Es. handelte sich dabei in erster Linie um Bier, Kücheninventar, Branntwein, Gewebe und Gewebeteile und Schießpulver/) Die Ausfuhr nach Deutschland belief sich im Generalhandel auf 103 797 Fres., im SpezialHandel auf 22 074 Frcs.
Nach der Statistik des Deutschen Reiches gestaltete sich der deutsche Haudelsverkehr seit 1897 folgendermaßen:
Vgl. Deutsches Handelsarchiv, 1904, I, S- 741.