244 Aegypwl. Deutsche Konsulate, — Abessinieu. — Tripolis.
mehrere deutsche Buch- und Kunsthandlungen, sowie andere Geschäfte, deutsche Bierstuben, sowie eiue deutsche Apotheke.
Oberägypten: Im deutschen Grand Hotel zu Luxor weilt im Winter ein deutscher Arzt. Hier wie in Assucm sind die Hotelangestellten (Leiter und Kellner) durchweg Deutsche. — Assuan ist auch der Sitz der jetzt einzigen in Aegypten wirkenden evangelischen Missionsgesellschaft, der 1900 von K. W. Kumm auf englische Anregung hin gegründeten „Sudan-Pionier-Mission". Sie hat in Assuan eine mit einem Missionar und einer Missionarin besetzte Station und eine Schule. Auch in Wadi Halsa im ägyptischen Sudan fand Henoch einen Deutsch-Oesterreicher als Leiter des einem Griechen gehörigen Hotels.
Deutsche Konsulate.
Vom Generalkonsulat in Kairo (s. oben) ressortieren: 1. Alexandrien, (Berufs-) Konsul, Jurisdiktionsbezirk: Stadt Alexandrien, Unterägypten mit Ausnahme der Provinzen Menufieh und Galiubieh und das General-Gouvernorat des Isthmus von Suez mit Ausnahme von Tur; Amtsbezirk: der Jurisdiktionsbezirk mit Ausnahme der Stadt Port Said. Davon ressortieren: Mansurah, Konsular-Agent; Suez, Konsul; Zagazig, Konsular-Agent. — 2. Kairo, (Berufs-) Konsul, Stadt Kairo, die unterägyptischen Provinzen Menufieh und Galiubieh, Tur, ganz Oberägypten mit der Küste des Roten Meeres südlich von Suez, die Oasen, Nubien und die Sudanländer. Zum Ressort von Kairo gehören die Konsular-Agenturen zu Fayum, Kenneh, Luxor, Siut und So Hag. — 3. Port Said, Konsul, Stadt Port Said.
II. Aöessmien.
Nach Abessiuien sind auf Veranlassung des obersten Ministers, eines früheren Ingenieurs aus der Schweiz, einige Deutschsprechende gegangen; die Zahl der im Deutschen Reich Geborenen belief sich jedoch im Jahre 1904 nur aus drei. Zur Erkundung der wirtschaftlichen Verhältnisse ist kürzlich eine außerordentliche amtliche Gesandtschaft aus Deutschland unter Leitung des jetzigen marokkanischen Gesandten vi-. Rosen hierher abgeordnet worden und künstig wird das Deutsche Reich am Hofe des Menelik in Adis Abeba durch einen ständigen Gesandten vertreten sein.
Bisher war freilich die Beteiligung Deutschlands am abefsinifchen Handel nicht erheblich; im Jahre bewertete sich seine Einsuhr aus Abessinien aus rund 300 000 Mk., seine Ausfuhr dorthin auf rund 200 000 MtV)
III. Tripolis.
In Tripolis halten sich wohl nur ganz wenige Deutsche dauernd auf. Auch Deutschlands Außenhandel ist nicht gerade sehr erheblich und von 1901 auf 1902 scheinbar noch zurückgegangen. Der Wert der Einfuhr sank von 465 000 Frcs. in 1901 auf 413 000 Frcs. in 1902, der der Ausfuhr von Z04 000 auf 28 000 Frcs. Deutschland fuhrt hauptsächlich nach Tripolis ein: Seide und Seidenwaren, Bernstein und Achat, Quincailleries, Tuch, Eisenwaren, Wollengewebe, Baumwollengewebe, chemische Erzeugnisse und Farben. Bei der Ausfuhr nach Deutschland handelt es sich vorzüglich um Schwämme, Straußenfedern, Felle, Apfelsinen, Zitronenschalen und Ziegenhaares)
Statistik des Deutschen Reiches. -) Vgl. Deutsches Handelsarchiv 1904, II, S. 34.