1^2 Okombahe
Wenn es ihr auch nicht gelungen ist, die Stämme vor dem verderblichen Kriege zu bewahren, so wird sie in Zukunft ihre ganze Kraft daran setzen müssen, Hand in Hand mit der Regierung durch weise Führung und wohldurchdachte Mittel die gedemütigten Reste eines einst stolzen Volkes kulturell und moralisch zu heben. Denn das ist Menschenpflicht.
3. Llnser erstes Unterkommen.
. Auf Okombahe bezogen wir das uns liebenswürdig zur Verfügung gestellte Zimmer und richteten uns, so gut es ging, ein.
Noch an demselben Abend strömten die Eingeborenen des Platzes herbei, um uns zu begrüßen, und manch einer von ihnen meinte zu meinem Mann: „Mr. E., daß Du wiederkommen würdest, haben wir uns gedacht; Du hast Dich hier in Damaraland zu sehr eingelebt, als daß Du Dich im Wasserlande Deutschland auf die Dauer wohlfühlen könntest. Aber daß Du eine Weiße Frau mitbringen würdest, hätte keiner von uns geglaubt."
Zur Feier des Tages ließ mein Mann Reis, Kaffee und Zucker unter die Leute austeilen, und noch bis in die tiefe Nacht hinein tanzten und sangen die Kaffern von Okombahe.
Am nächsten Tage bekamen wir Besuch vom Missionar mit seiner jungen Frau, der uns einlud, sein Fremdenzimmer so lange zu benutzen, bis wir es uns etwas gemütlicher machen könnten. Wir nahmen seine Güte dankend an und blieben etwa zwölf Tage bei ihm. In der Zwischenzeit hatten wir das alte Häuschen meines Mannes wieder einigermaßen bewohnbar gemacht. Es wurde vom alten Ert- mann bezogen, und wir übernahmen dafür dessen etwas größeres Haus, auch aus zwei Räumen bestehend.
In den größeren Raum schafften wir alle Kisten, den Proviant, die Ochsengeschirre und sonstigen Hausrat. Den anderen Raum richteten wir uns als Wohn- und Schlafzimmer eirr.
Mein Mann zimmerte aus einigen Planken einen Tisch. In einer Ecke errichtete er gleichfalls aus Planken und Ästen ein Lager