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Deutsche Siedelung in unseren tropischen Schutzgebieten / von Karl Dieter
Entstehung
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nde März 1894 kehrte der frühere Kaiserliche Gouverneur Freiherr von Schele von seinem Zug an den Nvassasee zurück. Aus dem Telegramm, das den Erfolg der Expedition meldete, hat damals keine Stelle ein solches Aufsehen erregt, wie die letzten Sätze, wonach zwischen den Quellen des Ulanga und dein Nvassa bis zum Rikwasee ein reiches Hochland entdeckt worden war, das nicht bloß zu Plautagenanlagen aller Art, sondern auch zu Viehzucht und zu Ansiedlungen europäischer Ackerbauer geeignet ist.

Es fehlte nicht an hoffnungsseligen Leuten, die es am liebsten gesehen hätten, wenn die Regierung oder eine Gesellschaft nun sofort deutsche Ansiedler in jene Gegenden hinausgeschickt hätte. Es fehlte aber auch nicht an altklugen Rufern und Warnern, die schon in dem Gedanken der Ansiedlung von Europäern auf den Bergländern Ost­afrikas eine Illusion, einen gefährlichen Irrtum erblickten, den man nicht energisch genug bekämpfen könne. Für sie stand es von vorne- herein fest, daß Deutsch-Ostafrika eine Plantagen- und Handelskolonie sei, nichts weiter*).

Beide Teile waren in einein Irrtum befaugeu. Jene schnell­fertigen, plänereichen Ideologen vergaßen ganz die Schwierigkeiten, welche einer europäischen Ansiedlung in abgelegenen, weltfernen Ge­bieten stets im Wege stehen werden, vor allem die Schwierigkeiten, welche der unentbehrliche Anschluß an den Weltverkehr bietet. Ganz abgesehen davon, daß man zwar die alleraufrichtigsten Wünsche hegte, aber bei Leibe nicht daran dachte, selbst etwas in der Sache zu thun, selbst sich mit den einschlägigen Fragen bekannt zu machen, selbst Opfer zu bringen. Wozu hatte man eine Negierung, wozu verschiedene koloniale Gesellschaften?

Aber auch jene überaus vorsichtigen Warner zeichneten sich nicht

5) Kol.-Ztg. 1894, 71.