Vorwort.
m 31. Juli d. I. hat sich der 6. Internationale Geographen
kongreß in London mit der Frage beschäftigt, ob und inwieweit tropische Gebiete von Europäern besiedelt werden können. Die vorliegende Flugschrift befaud sich damals schon nicht mehr in meinen Händen. Weun deshalb nur an dieser Stelle auf jene Verhandlungen hingewiesen werdeu kaun, so legen doch die bisherigen Berichte der Tagespresse das Urteil nahe, daß die behandelte Frage dnrch den Kongreß kaum iu irgendwelcher Weise eine greifbare Förderung er- fahren hat. Es haben dort allem Anschein nach nicht bestimmte ans praktischen Versuchen gewonnene Erfahrungen und Thatsachen, sondern lediglich theoretische Meinungen mit einander in Streit gelegen. Das Wertvollste jedeusalls, was wir Deutsche daraus lernen können, wird die Erkenntnis sein, das sortan nicht internationale Geographenkongresse, selbst wenn ihre Vortragslisten wiederum so glänzende Rainen wie Sir John Kirk, Graf Joachim v. Pfeil, Stanley u. a. aufweisen sollten, die Eutscheiduug iu der schwebenden Frage herbeizuführen berufen siud, souderu daß wir — sehr einfach« gesagt — Versuche machen uud so Erfahruugen sammeln müssen.
Die folgenden Blätter wollen dem deutscheu Volk keiue ueueu Forschuugeu oder Beobachtungen aus uuseren Kolonien bieten. Ja, jeder Kenner unserer kolonialen Litteratur wird sofort ert'euuen, daß selbst der eiufache Gruudgedauke des Schriftcheus aus Selbst- ständigkeit keinen Anspruch erheben kann. Es kam mir vielmebr nnr darauf au, Gedanken uud Beobachtungen, die ich hier uud dort verstreut