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"Der einzige als Schiffsweg in Betracht kommende Fluß der Kolonie ist der Rufiji, zumal er die Mitte derselben durchquert. Wäre nicht der erste für seine Be- fahrung erbaute Dampfer zu lang für die Krümmungen und zu tiefgehend ausgefallen, so würde voraussichtlich schou jetzt eine regelmäßige Dampferverbinduug auf diesem Strom bestehen, eine Verbindung, die für die Verpflegung der Truppen während des letzten Aufstandes und bei der jetzt herrschenden Hungersnot wichtige Dienste hätte leisten können. So aber ist dieser Verkehr bis jetzt nicht zur Entwicklung gediehen. Der Strom besitzt drei befahrbare Teilstrecken, die durch 2 Fälle, die nicht allzuschwer zu umgehen wären, getrennt sind: Mündung—Kungulio bezw. Pangani-Fälle (ca. 190 1:m), Pangani—Schuguli- Fälle (90 Km)' oberhalb dieser Fälle würde der Fluß auf weite Strecken im Ulanga-Tal mit geringer Nachhülfe bis in die Höhe der Mahenge-Station für den Verkehr nutzbar geinacht werden können.
Der bei Bagamojo mündende Kingnui ist für Bar lassen bis zur Mafisi-Fähre benutzbar (ca. 70 Km)) in Folge der Eisenbahn Daressalam—Morogoro kommt dieser Umstand aber für den Verkehr neuerdings noch weniger in Betracht als bisher.
Im Norden der Kolonie ist der Pangani bis zu den Margareten-Fällen (40 Km) in seinem Unterlaus schiffbar. Die verschiedenen, zuletzt noch von der Firma Lenz & Co. gemachten Versuche, seinen Oberlaus als Verkehrsstraße von Korogwe nach dem Kilimandjaro nutzbar zu machen, haben leider kein greifbares Resultat gezeitigt.
8. Gesichtspunkte der politischeu Geographie für den Eisenbahnbau in den deutschen Kolonie« Afrikas.
(Allszug aus „Das deutsche Kolouialreich", eine politisch-geographische Studie von Bruno Felix Hänsch, Geographische Zeitschrist, Bd. 12, Heft 10.
Ostafrika. Fast ebenso sehr wie durch seiue Randlage am indischen Ozean wird unser Schutzgebiet in Ostafrika beeinflußt durch seine Lage am großen zentralafrikanischen Graben, der mit seinem Nachbar, dem ostafrikanischen Graben, jenem gewaltigen System von Grabeneinbrüchen angehört, das sich von da aus nördlich zum Rudolfsee und nach Abessinien fortsetzt und dem im weiteren Verlaufe das Rote Meer mit dem Meerbusen von Sues und Akaba, ferner das tote Meer und das Jordantal bis zum Hermon und Libanon angehören. Daß innerhalb unserer ostafrikanischen Grenzen im zentralafrikanischen Graben eine Reihe von gewaltigen Seen eingebettet ist, ruft für die an diese Seen angrenzenden Gebiete eine Art Randlage hervor, die nach dem Innern des Kontinents gerichtet ist. So erhält Deutsch-Ostafrika ein Doppelgesicht. Zwischen Küste und Graben aber entsteht eine Binnengrenze. Verschiedene noch zn besprechende Umstände erhöhen die Trennungstendenz, die in dieser doppelten Randlage liegt, und lassen die Binnengrenze im vollsten Sinne geographisch werden. Es hat sich herausgestellt, daß das Politisch-geographische Bild von Deutsch-Ostafrika seine bedeutendsten. Züge erhält durch die vorgelagerte Küsteninsel, durch die doppelte Randlage uach dem Ozean und dem Seengebiete und endlich durch die starke Zwischeulage zwischen zwei Politischen Reichen, die zugleich eine doppelte Nachbarschaft bedeutet.
Der Verkehr nun, der den fast losgelösten Westen der Kolonie mit dem Osten notdürftig gemlg verbindet,
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