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Die Eisenbahnen Afrikas : Grundlagen und Gesichtspunkte für eine koloniale Eisenbahnpolitik in Afrika
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wie am Nil und Kongo, werden sie jetzt durch Eisen­bahnen umgangen. Neben den afrikanischenNormal­strömen", welche eine Terrainstufe nach der anderen in Katarakten überwinden, fehlen aber cmch solche nicht, die beinahe ganz ohne Gefäll einer Kette sumpfiger Seen gleichen. Zur Regenzeit überschwemmen sie weithin das Land. Hierher gehören namentlich der Bahr-el-Gasal im Nilgebiet und mehrere Flüsse zwischen Ngamisee und Sambesi. An Länge ragen allerdings die vier afrika­nischen Hauptströme weit hervor; sämtlich eilen sie nicht demjenigen Meere oder Meeresteile zu, dem ihr Quell­gebiet am nächsten liegt, sondern sie erreichen nach langem, weit ausgreifendem Laufe ein anderes, ferneres Meer. Der Nil, wenn man ihm seinen wichtigsten Ouellfluß Kagera zurechnet, ist nach H. Wagner mit 6000 Km die zweitlängste zusammenhängende Wasserader der ganzen Erde und steht nur dem Mississippi-Missouri nach. Be­trachtet man dagegen nur die Länge der Hauptflüsse der Erde, ohne die nicht unmittelbar mit der Hauptader zu­sammenhängenden Quellgewässer mitzurechnen, so würde der Nil bis zur Seenmitte mit 5400 Km sogar an die erste Stelle rücken gegen den Kongo mit nur 4200 Km. Von dem Areal der afrikanischen Flußgebiete kommen nach A. Bludau 10541 000 qkm auf das Gebiet des Atlantischen Meeres, davon 3 690 000 cjkw auf den Kongo, 2 092 000 <i><m auf den Niger, aber nur 960 000 qkm auf den Oranje. Dem Gebiete des Mittelländischen Meeres gehören 4 351000 qkm an, von denen 2 803 000 c>Km auf den Nil entfallen. Dem Indischen Ozean endlich sind 5 403 000 czkm tributär, unter denen dem Sambesi­gebiet 1 330 000 qkm angehören. Die Gebiete des Mittel- ineeres und des Indischen Ozeans würden viel größer sein, wenn nicht gerade in der Sahara wie in: Innern Südafrikas weite Striche ohne Abfluß vorhanden wären, deren Wasseradern, wenn sie ja einmal fließen, den Ozean nicht erreichen. Auch das östliche Hochland mit seinen massenhaften Grabenbrüchen besitzt eine Menge kleiner, abflußloser Gebiete. Alles in allem kommen in Afrika auf die abflußlosen oder vielleicht besser mit Bludau neutralen Gebiete nicht weniger als 8 940 000 qkm, also fast so viel, wie der Anteil des Mittelmeers und der des Indischen Ozeans zusammen.

3. Flußschiffahrt in den deutschen afrikanischen Schutzgebiete«.

(Nach Kürchhoff a. a, O. (s. Vorwort), v. Dankelmann u. a.)

Auf Vielen afrikanischen Flüssen, auch wenn sie für Dampfer, selbst der kleinsten Art, nicht benutzbar erscheinen, findet doch oft ein reger Verkehr der Eingeborenen mit Hilfe von Kanus statt, der sich naturgemäß bei der Un­entwickeltheit der Verwaltung in den meisten Gebieten in seiner wirtschaftlichen Bedeutung für den Handelsverkehr statistisch noch nicht fassen läßt. Als ein erschwerendes Moment für die Beurteilung der Bedeutung dieses ein­heimischen Flußverkehrs kommt noch hinzu, daß die meisten afrikanischen Wasserläufe infolge des regelmäßigen Wechsels der Trocken- und Regenzeiten in den Tropen in ihrer Nutzbarkeit selbst für den Kanuverkehr großen jahreszeit­lichen Schwankungen unterworfen sind.

Die meist sehr erheblichen periodischen Veränderungen der Wasserführung der afrikanischen Flüsse können einer­seits bewirken, daß selbst für die Fahrzeuge der Ein­geborenen der Wasserstand monatelang ein zu niedriger wird, während andererseits diese Kanus oft auch in der