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Die Eisenbahnen Afrikas : Grundlagen und Gesichtspunkte für eine koloniale Eisenbahnpolitik in Afrika
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wegen auf eine rasche Jangriffnahme der Bahn, als der Wasserweg auf dem Ehire und auf dein Zambesi an. scheinend von Jahr zu Jahr schlechter wird. Es hat sich bekanntlich herausgestellt, daß der Wasserspiegel des Nyassa und anderer benachbarter Seen in dem letzten Jahrzehnt ziemlich gesunken ist, so daß der Abfluß nach dem Zambesi und Chire nicht mehr ausreichend ist, um diese Flüsse dauernd und im nötigen Umfange schiffbar zu machen.

Eine von dem derzeitigen Kommissar für Vritisch- Zentralafrika eingesetzte Konnnission von Ingenieuren hat sich dahin ausgesprochen, daß um die genannten Flüsse in dem erforderlichen Umfange schiffbar zu machen, eine Auslage von 1 000 000 Z nötig sei, daß aber auch dann der Erfolg durch die fortwährenden Veränderungen im Flußbett des Zambesi und die Schwierigkeiten und Ver­änderungen der Chindebarre nicht gesichert sei.

Die Chindebarre insbesondere scheint tatsächlich für die Schiffahrt immer schwieriger zu werden und die deutsche Ostafrika-Linie hat schon ins Auge gefaßt, den Umschlag der Güter von Chinde nach Quelimane zu ver­legen.

Mit dem Van der Quelimanebahn müßte notwendiger­weise der Ausbau des Ouelimanehafens Hand in Hand gehen. Quelimane liegt etwa 20 ><in oberhalb der auch hier der Flußmündung vorgelagerten Barre des Ouaqua- flusses.

5. Schiffahrtsverkehr auf den ostafrikanischen Binnenseen.

(Nach Fuchs (a. a. O.)? Kaiser (a. a. O )) Arendt, Parlamentarische Studienreise. Denkschrift über die Entwickelung der deutschen Schutz­gebiete 1905,06. NimädooK tor ^ksb ^ti-üüi 1v0ö.)

Die drei großen ostafrikanischen Binnenseen sind, wie ein Blick auf die Verkehrskarte von Afrika zeigt, berufen, das Rückgrat des zentralafrikanischen Verkehrssystems in Zukunft zu bilden, da sie eine große, allzeit fahrbare Trans- versal-Wasserstraße darstellen. Davon nimmt allein der Tanganyikasee mit 600 I<m (Länge des Rheins von Basel bis Wesel) nahezu die Hälfte der Westgrenze Deutsch- Ostafrikas ein' eine Strecke von nur je 300 Km trennt ihn im Norden von der Fläche des Viktoria-Sees (Flächen­raum etwa wie das Königreich Bayern!), im Süden vom Nyassasee, von dessen Gesamtlänge (500 Km) etwa 200 wiederum der deutsch-ostafrikanischen Westgrenze angehören.

Bis zur Eröffnung der Ugandabahn hatte der Njassasee die größte Verkehrsbedeutung unter den drei ostafrikanischen Binnenseen. Der Verkehr auf diesem See wurde im Jahre 1905/06 deutscherseits durch den deut­schen GouvernementsdampferHermann von Wissmann" unterhalten. Dieser Dampfer wird als ein kleines, aber sehr tüchtiges Schiff von etwa 50 t, Ladefähigkeit ge­schildert. Er fährt regelmäßig alle drei Wochen über die einzelnen Küstenplätze des Njassa nach Fort Johnston und zurück,- er hat Raum für sieben Passagiere, die Ka­binen sind einfach und sauber. Der Dampfer hat Holz­feuerung.

Außer dem DampferHermann von Wissmann" fahren auf dem Njassa zwei Dampfer der ^lriean I^Kes Oorporation Ltä. von 40 und 70 t, Größe, von denen der eine wegen Mangels an Frachten ungefähr seit einem Jahr in Fort Johnston aufliegt. Das englische Gouver-