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Anlagen zu Westafrika.
1. Die 100 Millionen Francs-Anleihe für französisch Westafrika vom Jahre 1906.
(Aus „Bulletin 6u Lomitö äö kiM^ise" 1907.)
(Schlußkommissionsbericht erstattet für die französischen Kammern durch Lucien Hubert im Namen der Kommission für auswärtige und Kolonialangelegenheiten.)
(Übersetzung.)
„Zusammenfassend möchte ich bemerken: Wir erheben Einwendungen weder gegen die Höhe der Anleihe von 100 Millionen Fr., deren Lasten die Kolonie „Französisch- Westafrika" gewachsen, zu sein scheint, noch gegen die Bedingungen, unter denen diese Anleihe realisiert werden soll. Ferner setzen wir volles Vertrauen in das Verständnis der maßgebenden Persönlichkeiten, welche die Kredite flüssig machen sollen, nachdem sich die Projekte studiert haben' sie haben den Beweis ihrer Fähigkeiten bei der Verwaltung der 65 Millionen-Anleihe erbracht.
Die projektierten Arbeiten scheinen uus wohlerwiesenen Bedürfnissen zu entsprechen.
5bis6 Jahre werden notwendig sein, um diese Kredite zu absorbieren: Die vorgesehenen Arbeiten würden also gegen 1911/12 vollendet sein. Wenn während dieser Zeit die weisen und sparsameu Methodeu der Verwaltuug, wie sie augenblicklich iu der Kolonie geübt werden, serner- Hin befolgt werden, so werden die Lasten für den Fiskus nicht weiter vermehrt zu werdeu brauchen und die Entwicklung der allgemeinen finanziellen Verhältnisse, deren regelmäßigen Fortschritt man berechnen kann, wird ausreichen, um den Anforderungen der Budgets zu ent- sprecheu. Auf deu Kopf jedes Steuerpflichtigen in Französisch-Westafrika werden im Durchschnit 4 Fr. Steuer entfallen und seine Schuld wird 20 Fr. betragen. Diese Zahlen werden schon seit langen: in Madagaskar und Jndo-China überschritten und siud durchaus nicht zu hoch. Es ist möglich, daß nach Aufhören des Baubetriebs eine vorübergehende Krisis eintritt) es wird vielleicht in diesem Augenblick ein Stillstand kommen, vielleicht sogar ein Rückgang in der Entwicklung der Kolouien. Aber wenn man bedenkt, daß die verschiedenen Arbeiten, welche in Angriff genommen werden sollen, alle einen gewissen Ertrag liefern, daß sie stückweise dem Betrieb übergeben werden nach Maßgabe ihrer Fertigstellung, und daß bis jetzt die Strecken, welche sich schon im Betrieb befinden, die für sie aufgewandten Kosten mehr als zur Genüge gedeckt haben, so ist es nicht wahrscheinlich, daß diese eventuelle Krisis besonders schwer sein wird.