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Die Eisenbahnen Afrikas : Grundlagen und Gesichtspunkte für eine koloniale Eisenbahnpolitik in Afrika
Entstehung
Seite
211
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Schluß.

Wenn in dieser Denkschrift die Eisenbahnen über­wiegend vom wirtschaftlichen, also materiellen Gesichts­punkte betrachtet worden sind und weniger hinsichtlich der idealen Wirkungen, welche die Ausbreitung des Verkehrs in noch unkultivierten Ländern stets mit sich bringt, so liegt dies nicht sowohl an einer Unterschätzung dieser idealen Wirkungen als vielmehr an der dieser ganzen Denk­schrift zu Grunde liegenden Methode, d. i. die induktiv­statistische Methode, die aus dem statistisch erfaßten Tatsachenmaterial ihre Schlüsse zieht. Diese Gesichtspunkte sollen trotzdem in den folgenden Leitsätzen nicht unberück­sichtigt bleiben.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Denkschrift und der Erfahrungen, die nach den Darlegungen unserer Denkschrift speziell auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiete sowohl Deutschland als auch die anderen in Afrika tätigen Kolonisationsländer in ihrem Eisenbahnbau gemacht haben, berechtigt zu folgenden Schlüssen:

1. Nahezu alle afrikanischen Eisenbahnen mit sehr ver­schwindenden Ausnahmen haben bereits von der Eröffnung an oder innerhalb sehr kurzer Frist uach- her mindestens ihre eigenen Betriebsausgaben ein­schließlich der Unterhaltung zu decken vermocht' eine größere Anzahl hatte von vornherein eine Rente.

2. Die Wirkungen von Eisenbahnen sind überall ge­wesen:

Eine erhebliche Erhöhung des Import- uud Export­handels und damit eine entsprechende Steigerung der Zolleinnahmen auf Grund einer erhöhten Produktions- und Konsumfähigkeit besonders auch der Eingeborenen-Bevölkerung und einer Aus­dehnung der Handelsbeziehungen.

d) Erhöhung der Steuerkraft überhaupt) wesentliche Sicherung der Verwaltung und damit eine Stei­gerung der den Eingeborenen auferlegten Kopf-, Hütten-, Wege- oder Arbeitssteuer.

Die Steigerung der Einnahmequellen aus a und b hat fast in allen Fällen dazu hingereicht, die finanzielle Last für Verzinsung und Tilgung der für den Eisenbahnbau aufgewendeten Summen mehr als auszugleichen, so daß sich die Gesamt­finanzen der Kolonien durch den Eisenbahnbau nicht verschlechtert, vielfach aber erheblich ver­bessert haben.

o) Eine friedliche Ausdehnung der zivilen Gewalt, wo solche noch nicht bestanden hat, die Ein­dämmung von Aufstandsbewegungen beziehungs­weise deren vollständige Verhinderung und damit eine große Ersparnis in den Ausgaben für Feld­züge und Expeditionen.

6) Durch den Bau von Eisenbahnen ist die sanitäre Hebung der Eingeborenen durch Vermeidung von