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blutigen Ausstände der wilden Araberhorden aus, die uoch vor kaum einem Jahrzehnt den ganzen Süden Algeriens durchtobten, und deren Bekämpfung bis dahin an Menschenleben und Geld weit mehr gekostet hat, als beide Bahnlinien je kosten werden. Hier in den Saharaländern wird Frankreich gewiß die Kraft seiner kolonisatorischen Begabung voll und ganz einsetzen. Es wäre ein schönes, reiches Arbeitsfeld."
Deutschland hat auf diesem Gebiete in Süd Westafrika so reichlich Lehrgeld gezahlt, daß sich eine Erörterung dieser Gesichtspunkte fast erübrigt. Was wir in Südwestafrika erlebten, kann sich in Deutsch-Ostafrika wie in Kamerun, wenn wir keine Bahn ins Innere bauen, wiederholen. Daß der letzte Aufstand in Ostafrika auf den Süden beschränkt blieb, daß die aufständische Bewegung im Norden, wo sie in Muansa bereits aufflackern wollte, rasch unterdrückt wurde, verdanken wir der benachbarten englischen Ugandabahn.
VII. Projekte.
Die Projekte sind entweder solche von kurzen Küstenstichbahnen und längeren Erschließungsbahnen entsprechend den gegebenen wirtschaftlichen Bedürfnissen der Kolonie und als solche in ihren Tracen meist von vornherein schon mehr oder weniger bestimmt vorgezeichnet. Durch Konkurrenzbahnen in Nachbarkolonien können diese Bahnen sehr dringlich werden. Oder die Bahnen sind Verbindungsstrecken, um diese Hauptstrecken zu einen: kolonialen Eisenbahnnetz zu vereinigen oder sie sind interkoloniale Verbindungsstrecken, dienen also der Herstellung eines kontinentalen Eisenbahnnetzes in Afrika, dem Wechsel- und Transitverkehr der Kolonien. Einige nicht bloß die Verbindung zweier Kolonien, sondern einer ganzen Reihe von Kolonien bezweckenden Bahnen kann man vielleicht als imperialistische Projekte bezeichnen.
Bei einer Betrachtung der im ersten Abschnitt bei den einzelnen Kolonien mitgeteilten Projekte von Eisenbahnen ergibt sich ein wesentlicher Unterschied zwischen den Projekten in den deutschen und solchen in den Kolonien anderer europäischer Kolonialvölker in Afrika. Die letzteren haben zumeist die wichtigsten für die Erschließung ihrer Kolonien in Betracht kommenden Eisenbahnen bereits gebaut, wobei von Englisch-Südasrika, Algier und Ägypten mit ihren Eisenbahnnetzen ganz abgesehen werden soll. Aber auch Englisch-Zentralasrika hat bereits seine Zentralbahn, die fortgesetzt wird, und seine Erschließungsbahn von Beira nach Bulawayo, Britisch- Ostafrika und der Sudan haben ihre Erschließungsbahnen, der Kongostaat hat durch Umgehung der nicht schiffbaren Strecken des Kongo mit Eisenbahnen eine das Land in seinen wichtigsten Teilen erschließende Verkehrsstraße hergestellt. In ähnlicher Weise ist in Senegambien und Sierra Leone durch Eisenbahnen und Flüsse ein Verkehrssystem teils schon geschaffen, teils im Bau. Andere Kolonien, wie Dahomey, Goldküste usw., haben wenigstens ihre Erschließungsbahnen schon ziemlich weit ins Innere gesührt, und auch die portugiesischen Kolonien in Ost- und Westafrika gehen zum Teil mit englischer Hilfe anscheinend einer rascheren Erschließung durch Eisenbahnen entgegen als die deutschen, von denen nur der Norden Süd Westafrikas in der mit teilweise englischem Kapital gebauten Otavibahn wenigstens eine schmalspurige längere Erschließnngsbahu ins Innere der Kolonie aufweist. Im übrigen stehen die deutscheu Kolonien in Afrika trotz ihres großen Flächeninhalts durchweg noch im ersten Stadium der Eiseubahnpolitik, nämlich der kurzen Stichbahnen von der Küste ins Innere.
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