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West-Afrika / von Moritz Schanz
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gebiet entsandt werden, um an den Fundstellen die Aufschließungsarbeiten vor­zunehmen, das gewonnene Material aufzubereiten u. s. w. Nach Erreichung güustiger Resultate soll in Gemäßheit der Kouzessionsbedingungen das Unter­nehmen in eine deutsche Kolonialgesellschaft mit entsprechendem Betriebskapital umgewandelt werden.

Das im Jahre 1894 von Dr. Bokemeyer zur Verwertung von Minen­gerechtsamen im Deutschen Namaland am Oranje gebildete Ausenkjer Syn­dikat hat bislang keine Resultate aufzuweisen.

Gelänge es, einen lohnenden Minenbetrieb in Deutsch-Südwestafrika ius Leben zu rufeu, so würde es in weit schnellerer Zeit möglich sein, dieses Schutz­gebiet auf eine höhere Entwicklungsstufe zu briugeu, als weun mau sich allem auf Viehzucht und Ackerbau beschränken müßte.

Eine besondere Erwähnung verdient noch die Ausbeutung des Guauos. Nachdem die Deutscheu bei Kap Croß uichts der Ausnutzung Lohnendes gefuudeu hatten, entdeckte hier der Engländer Matthews ansehnliche Gnanolager, uud es bildete sich daraufhin 1895 in London die Damaraland Gnano Company, welche gegen eine feste Jahresrente von nur 10000 Mk. von der Deutschen Kolouialgesellschaft für Südwestafrika, welcher das Gebiet gehört, auf 10 Jahre, mit Option für weitere 5 Jahre, das ausschließliche Recht für Guanogewinnnng und Robbenschlag am Kap Croß pachtete; in weniger als einem Jahre waren bereits 7000 Tons Guano verschifft uud 2000 Robbeu geschlagen, 1898 be­schäftigte die Gesellschaft 37 Weiße und 121 Farbige uud uusere Kolonial- verwaltuug erzielte durch deu auf Guano gelegten Ausfuhrzoll eiue weit bessere Einnahme, als die Kolonialgesellschaft für Südwestafrika, welche ihr Privileg fast verschenkt hatte. Eine 20 Km lange Schmalspurbahn führt von der Croßbai nach den südlich von ihr gelegenen Guanolagern.

Auch an verschiedenen Punkten der Kaokofeld-Küste im Gebiet der 8ont!i ^Vk8t> ^.triea. Lloinx^n^ sind Guanolager entdeckt worden.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß seit dem 1. Mai 1900 in der Rockfort-Bucht von zwei Privatleuten auch eiue lohnende Fischerei betrieben wird. Im Jahre 1900 kamen 4 Tons gesalzene und 12 Tons getrocknete Fische im Werte von über 6000 Mk. zum Versandt und zwar besonders nach Kapstadt, der Betrieb scheint lohnend und erweiterungsfähig zu sein, solange man in Kap­stadt, wie bislang, keinen Zoll auf Fische legt.

Zum Schluß sei uoch ein Blick auf die im Schutzgebiet thätigen privi­legierten Gesellschaften geworfen.

Die älteste derselben ist, wie wir sahen, die

Deutsche Kolouialgesellschaft für Südwestafrika, am 5. April 1885 in Berlin ans Veranlassung des Fürsteu Bismarck gegründet, nm Lüderitz'

Schanz, Westnfnka,