Deutscli-SüdwestafriKa.
Bei der Aufsuchung eiues Seeweges mich Indien landete im Jahre 1486 Bartolomeo Diaz trotz der schwierigen Brandung an dem Kap Croß und errichtete dort ein großes Holzkreuz, nach welchem der Puukt noch heute seineu Nameu trägt; auf der Weiterfahrt aber fand er im gleichen Jahre eine Bucht auf, die er uach ihrer Kleinheit Angra pequeua beuauute uud stellte dort ein Marmorkreuz auf, dessen Reste wenige Jahre vor der deutschen Besitzergreifung im Wasser der Bai entdeckt und an das Museum in Kapstadt abgeliefert wnrden. Die fast menschenleere Küste erwies sich aber als so ungastlich, daß sie jahrhundertelang fast gänzlich unbeachtet blieb und nur Wälfischfäuger anzog, denen später Ausbeuter des Robbenschlages und der Guanoläger folgten.
Es dauerte auch lange, ehe über Land eine Verbindung mit der hier in Betracht kommeudeu Gegend hergestellt wurde. Farbige Einwohner aus der Kapkolonie waren erst im Jahre 1740 auf Jagd- und Handelszügen bis zum Da- maraland vorgedrungen und hatten in Kapstadt von Goldfunden erzählt. Der erste Holländer aber, der den Oranjefluß überschritt, war wohl Jakob Coetsee, der im Jahre 1760 auf einer Elefanteujagd, so weit wir wissen, weiter vordrang, als irgend ein Weißer vor ihm und dessen Berichte die Absendung verschiedener Expeditionen zur Folge hatteu, welche nach Gold und Kupfer suchten, aber durch das ungastliche wilde Land abgeschreckt wurden. Dagegen nahm mau den Augriff des Lcmdes im Jahre 1793 auch wieder von der Küste aus vor, dadurch, daß Sebastian van Reenen nach den Guano-Inseln ging, wo er einige Engländer uud Amerikaner ans der Robbenjagd fand und auf der Weiterfahrt, holländische Hoheitszeichen errichtend, bis zur Walfischbai vordrang. Dieses Unternehmen zeitigte allerdings ebenso wenig bleibende Resultate, wie die Reiseu von dem englischen Kapitän James Alexander, der 1836—37 über Land nach der Walfischbai zog und einen Rinderhandel zwischen Damaraland und der Insel St. Helena einzurichten versuchte.
Inzwischen war aber ein neues Element im Lande erschienen, welches sür dessen Ausschließung sehr wichtig werden sollte, nämlich die christliche Mission.
Schon im Jahre 1805 finden wir im Dieuste der I^ouüon Missionar^ Lueist^ thätige deutsche Missionare in Warmbad etwas nördlich vom Oranjefluß, uud im Jahre 1814 gründete im Auftrag derselben Gesellschaft der deutsche Missiouar Schmelen weiter nördlich im Namaland die Station Bethanien. Schmelen heiratete eine Hottentottin und machte sich durch Herausgabe eines Wörterbuches der Landessprache verdient; doch blieb die Station während der Jahre 1825—42 unbesetzt und wurde danu ueugegründet vou deu Sendboten