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elend ergeht, daß sie unter Eingeborenen völlig wie unter ihres Gleichen leben müssen.
Um der Vermischung der Weißen mit den Farbigen nach Möglichkeit vorzubeugen, hat die Deutsche Kolonialgesellschaft seit 1897 etwa 60 deutsche, heiratslustige Mädcheu mit gutem Erfolg nach Deutsch-Südwestafrika geschickt, wo sie von den Ansiedlern mit Freuden begrüßt worden sind.
Das Bergwesen in Deutsch-Südwestafrika ist — mit Ausschluß der Gebiete der Deutscheu Kolonialgesellschaft für Südwestafrika — durch kaiserliche Verordnungen vom 15. August 1889 und 6. September 1892 geordnet, doch haben sich die auf den Mineralreichtum gesetzten Hoffnungen bislaug nicht realisiert.
Gold wurde zuerst 1887 gefunden und dann am Swakovfluß, 188 Km östlich von der Walfischbai, gegraben; auch an einem Nebenfluß des Swakop, dem Otjozemba, fand man einiges Gold.
Kupfer ist hier früher in ansehnlichen Mengen ausgebeutet worden, und die Kupferlager bei Otavi und Tsumeb im Nordwesten unseres Schutzgebieten wurden von der Lontb ^Vsst ^tries. Oomva,n^ als die bedeutendsten der ganzes Welt hingestellt; man findet hier, wie bei Gorob im Kuissebgebiet im Hinterland der Saudwichbai, das Kupfer in Gängen, nicht nur in Nestern, und zur geuaueu Untersuchung dieser Lager entsandte die Otavi-Gesellschaft in den Jahren 1900/01 eine Expedition. Unter Führung des euglischeu Jngeuieurs Christopher James, dem 40 englische Minenarbeiter aus Wales uud mehrere huudert Eingeborene beigegeben waren, trieb man im August 1900 zuerst einen Versnchsstollen in Tsumeb, im Januar 1901 iu Guchab uud sodann in Assis oder Groß-Otavi nnd in Nagaib oder Otavi Fontein, und als Ersolg dieser Expedition, welche vom Juni 1900 bis November 1901 dauerte, wurde festgestellt, daß allein die Tsumeb- Mine als Ertrag der thatsächlich in Sicht befindliche:: und abbaufühigen Kupferlager für 42/g Jahre einen jährlichen Reingewinn von 390000 L liesern werde. Alles deute im übrigeu darauf hin, daß der Erzkörper sich in große Tiefe fortsetze und daß auch andere Minen innerhalb des Distrikts ertragreich seien. Der Abbau der Otavi-Miuen wurde daraufhin beschlossen.
Für die Ausbeutung der Kupferlager südlich von Swakopmund hat die Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika kürzlich au zwei Gesellschasteu Schürfberechtiguugen erteilt: Am 1. August 1901 hat sich die Swakopmnnder Minengesellschaft mit vorläufig 36000 Mark Kapital gebildet, um die in Gorob — 150 Km von Swakopmnnd — von dem mit einem Bastardmädchen verheirateten deutschen Ansiedler v. Broen entdeckten, ausgedehnten Kupferlager auszubeuten; daneben hat die bekannte Minenfirma A. Goerz & Co. in Johannesburg Ende 1901, gleichfalls im Becken des Kuisfeb und ein Gebiet von 16800 aZm umfassend, für die nächsten 15 Jahre das ausschließliche Recht erworben, nach nutzbaren Mineralieu, Edelsteinen, Gold-, Silber- und audereu Erzen zu forschen und Mutuugeu vorzunehmen, nachdem sie einen Teil ihrer, durch deu Krieg iu