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Die Abgabe von Farmen innerhalb des von der Siedeluugsgesellschaft dem Gouvernement abgetretenen Teiles des Konzessionsgebiets dieser Gesellschaft erfolgt nach Maßgabe besonderer Bedingungen.
Während im Jahre 1898 nur 2 Regiernngsfarmen von zusammen 20000 Ka, erworben wurden, stieg diese Zahl 1899 auf 10 Farmen mit 70000 lia uud im Jahre 1900 auf 21 Farmen mit 158000 Iia. Gesamtfläche.
Nach einer Zusammenstellung von Konsul Vohsen waren im Sommer 1902 im Besitz der 6 Landgescllschaften 243800 q.Km, während das Regierungsland uud die Eiugeboreueu-Reservate 591300 akm umfaßtem Von dem zum Farmbetrieb geeigneten Gesellschaftsland (45800 akm) waren etwa 2000, von dem Regierungsland (257 300 ykw) im ganzen ruud 11000 ykm als Einzelfarmen abgegeben. Aus den Eingeborenen-Reservaten (277100 a>m) waren 24455 Hkm verkauft oder in festen Händen.
Die Gesamtzahl der Farmer im Schutzgebiet am 1. Januar 1902 betrug 686, worunter 267 Deutsche, 272 Kapläuder uud Bureu uud 111 Eug- läuder wnreu.
Von den großen „Landgesellschaften" wird weiterhin die Rede sein, hier sei vorläufig nur noch der kleinen, in Karlsruhe gegründeten und mit einem Kapital von uur 133000 Mk. arbeitenden „Damara-Land- und Farm Gesellschaft mit beschränkter Haftung" gedacht, welche eiue Farm in Okakango besitzt.
Wertvolle Arbeiten zur Lösung der Besiedelungsfrage hat die Siedelungsgesellschaft für Deutsch-Südwestafrika geleistet, deren Gründung der Deutschen Kolonialgesellschaft und deren Generälsekretär Dr. Bokemeyer zu danken ist, auf deren Veranlassung im November 1891 beschlossen wurde, ein Syndikat für südwestasrikcmische Siedelung ins Leben zu rufen. Verhandlungen mit der Kaiserlichen Regierung führten dazu, daß dem damalige« Präsidenten der Kolonialgesellschaft, dem Fürsten zu Hohenlohe-Langenburg, das Gebiet von Kleiu-Windhoek zur Besiedeluug überlassen wurde, und am 12. Mai 1892 wurden diese Ländereien dem am 25. April 1892 konstituierten Syndikat übertragen, welches 60000 Mk. aufbrachte. Um Mittel und Wege zu fiudeu, Ansiedler uach dem Lande zu bringen, wurden noch im Jahre 1892 als Sachverständige die Herren von Uechtritz, Graf Joachim Pfeil und Dr. Carl Dove nach dem Schutzgebiet gesandt, deren Berichte sich aber teilweise widersprachen, und die iuzwischeu drüben ansgebrochenen Unruhen von 1893/4 verhinderten die Bildung der geplauteu Siedelungsgesellschaft. Nachdem mit großen Schwierigkeiten ein Kapital von 300000 Mk. aufgebracht wordeu war, konute aber im November 1895 die „Siedelungsgesellschaft für Deutsch-Südwestafrika" gegründet werden znm Zwecke der Besiedelnng ihr überwiesener Ländereien im Umfang von 20000 sjkm in den Bezirken von Windhoek, Hoachanas und Gobabis, dereu Auswahl ihr frei gestellt wurde. Das Korporatiousrecht wurde der Gesellschaft
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