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und schlechte Absatzverhältuisse auf. Den Getreidebau iu ueuuenswertem Umfang wird mau erst dauu aufuehmeu können, weuu mau durch Tammbauteu große Wasfermasseu zur Berieselung aufgespart haben wird. Dagegen werden Gartenbau, Obstzucht, Tabak- und Weinban an verschiedenen Orten bereits jetzt mit Erfolg betrieben nnd die blühendste derartige Ansiedlung ist das 5 Km südöstlich von Groß-Wiudhoek liegende Klein - Windhoek. Der in einigen Farmen im mittleren Teile der Kolonie gezogene Wein ist schon mit gutem Resultat gekeltert worden. Die Vogel- und die Heuschreckenplage siud freilich auch Feinde der Gartenwirtschaft. In Outjo hat man neuerdings Versuche mit Anbau von Baumwolle gemacht, wozu man Saat aus dem Ovambolcmd benutzte. Die Anfang 1902 nach Deutschland gekommenen Proben wurden von der Vereinigung Sächsischer Spinnereibesitzer als ein schätzenswertes Produkt bezeichnet, das in Reinheit, Farbe und Rauhheit des Stapels der Chinabaumwolle ähnelt, aber länger ist, als diese und im Preise wie gute mittlere Texasbaumwolle zu bewerten sei.
Großes Interesse wendet man auch der Baumzucht zu; die Regierung ließ an 1000 verschiedene Bäumchen und 1500 junge Pflanzen aus Kapstadt kommen, pflanzte dieselben in ihren Gärten an und verteilte eine größere Zahl an Ansiedler. Anch die Anpflanzung der Dattelpalme in größerem Maßstab ist angeregt worden. Ein Forstschutzgesetz wurde im Jahre 1900 erlassen.
Ein landwirtschaftlicher Berein zur Förderung der Landwirtschaft hat sich im Jahre 1898 in Windhoek gebildet, und die Regierung gewann im Jahre 1899 anch einen Beamten, der erfolgreich im Kapministerinm thätig war, um innerhalb unseres Schutzgebiets als Wanderlehrer auf Farmen zu wirken.
Der Lohu für die Eingeboreueu ist im Süden höher als im Norden und schwankt zwischen 5 und 20 Mark für den Monat neben freier Beköstigung und Tabak; durchschnittlich kann man wohl 10 Mark rechnen und zwar wird dieser Lohu uicht iu Bar, sondern in dagegen gerechneten Kleiduugsstückeu bezahlt. Der Tagelohn beträgt meist 1 Mark und Beköstigung, und mit der allerdings nötigen Geduld hat mau mit den eingeborenen Arbeitern stellenweise befriedigende Erfahrungen gemacht. Allerdings klagt man auch vielfach über Mangel und Unzuverlässigkeit der einheimischen Arbeiter; als beste haben sich im allgemeinen die Berg-Damara erwiesen.
Werfen wir nun einen Blick auf die Bediuguugeu, uuter deueu Kroulaud abgegeben wird.
Die von der Regierung erlassenen Landkauf-Verordnnngen datieren vom 25. Juui 1894 uud 12. Mai 1898 mit Zusatz vom 5. August 1898.
Der Minimalpreis von Regierungsfarmen ist am 1. August 1899 für freihändigen Verkauf auf '/z bis 1 Mk. für deu 1^ festgesetzt worden; sind mehrere Bewerber vorhanden, so erfolgt ans dieser Basis eine öffentliche Versteigerung,