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West-Afrika / von Moritz Schanz
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daraufhin eine zweite Expedition, welche der Firma Holzmann 6 Co. in Frank­furt am Maiu übertragen wurde uud im Jahre 1901 vou dereu Jugeuieureu Alexander Kühn uud Stutari ausgeführt wurde. Diese Sachverständigen kamen zu gleichen Resultaten wie Rehbock, uud empfahlen, unter Vorlegung von Entwürfen und Kostenanschlägen, die Anlage von Staubecken bei Hatsamas, Marienthal uud Naute, um auf diese Weise die Möglichkeit einer dichteren Be­siedlung und dauernden Produktivität des Laudes herbeizuführen. Der Kubik­meter Wasser in Hatsamas würde nach diesen Anschläge!? höchstens 18 Psennige kosten. Das Syndikat bemüht sich nun, in der einen oder anderen Form die thatkräftige Unterstützung der Regieruug zur Ausführung dieser Pläne zu ge­winnen.

Während im südlichsten Teile unseres Schutzgebietes Dammanlagen bei den im afrikanischen Farmbetrieb erfahrenen Ansiedlern längst bestehen, fehlten sie bis vor kurzem im Hererolaude gciuzlich. Bei Windhoek wurden aber 1899 zwei Dämme von 300 bezw. 175 :n Länge und 5^ bezw. 3 m Höhe durch Private hergestellt uud haben sich vortrefflich bewährt. Die Regierung ließ ihrerseits 35 1<m von Windhoek entfernt einen 13 m hohen uud 120 ru langen festen Damm anlegen, der einen geräumigen Thalkessel abschließt nnd 8 Millionen ebm Wasser aufzustauen vermag. Eine zweite Anlage mit 1^/g Millionen edm Wasser- Anfstannng ist im Bezirk Gibeon errichtet, und von Privater Seite wurden 1899 auf 9 Plätzen Dammarbeiten in Angriff genommen.

Einen günstigen Erfolg darf man von der im Jahre 1901 vom Kolonial­wirtschaftlichen Komitee in Berlin eutsaudteu Bohrkolonne erwarten, zu dereu Kosten die Wohlfahrtslotterie 155000 Mark bewilligt hat und die unter Leitung des erfahrenen Bohrmeisters Holst aus Kapstadt und unter finanzieller Beteiligung der interessierten Farmer Bohrungen auf Wasser anstellen soll. Bis Mitte August 1902 waren 9 Bohrungen znr Ausführung gelangt. Reichlich Wasser lieferten drei 6070 Fuß tiefe Bohruugeu auf der Farm Voigtland und eine 50 Fuß tiefe Bohrung auf der Farm Frautzvis, währeud die übrigen Bohrungen auf den Farmen Frauenstein, Fran^ois, Voigtland und Ondekaremba teils geringe Wassermengen ergaben, teils wegen Quarzadern, welche den in der Windhoeker Gegend vielfach vorkommenden Glimmerschiefer durchsetzen, und mangels Wasser zur Speisung der Bohrmaschinen, in: Einverständnis mit Farmbesitzern eingestellt wurden.

Ihren natürliche:? Vorbedingungen nach steht die Kolonie, mit Ausnahme der Küsteuregiou, den: übrigen Südafrika an Güte des Bodens und der Weide­verhältnisse nicht nach, und zwar kommt in erster Linie die

Viehzucht in Betracht, welche hier begünstigt wird durch das gleichmäßige Klima mit einem gelinden Winter ohne Schnee, durch den Regenfall zur Sommers­zeit und durch die Mannigfaltigkeit der Futterdecke uud deu hohen Futterwert der vorhaudeueu Gräser, Kräuter und Büsche, Stallungen kommen hier über-