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West-Afrika / von Moritz Schanz
Entstehung
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schön gefärbter, aber sehr wenig belegter Berichte eröffnete sie im Sommer 1902 die Subskription auf 300000 L.

Auch das Projekt einer Bahn von Lüde ritzbucht nach der Ostgrenze tauchte bei dieser Gelegenheit wieder auf.

Die Post wurde früher vou Kapstadt nach Walfischbai und von da auf Kameleu uach dem Innern gebracht. Jetzt existiert ein gut organisierter Postdienst und es bestehen z. Z. schon 30 Poststationen innerhalb der Kolonie. Von der Eisenbahnstation Karibib aus geheu wöchentliche Posten über Omaruru nach Outjo iu 7, nach Otjimbingne in l'/g Tagen, von der Eisenbahnstation Okahaudja 14 tägig über Waterberg und Otavi nach Grootfontein in 12 Tagen. Ein wöchentlicher Dienst von Windhoek führt in 7 Tagen über Hohewarte, Seeis und Witvley nach Gobabis. Der südliche Teil unseres Schutzgebiets aber erhält auch heute noch seine Post über Kapstadt, von wo aus jeden 2. Dienstag eine Expedition über Steinkopf nach Ramansdrift, Warmbad und Keetmannshoop in 14 Tagen, von dort weiter nach Gibeon in 6 Tagen erfolgt. In 14 tägigen Zwischenräumen wird die Post zwischeu Gibeon und Maltahöhe (4 Tage), Gibeou Marienthal (2 Tage"> uud Warmbad Ukamas (4 Tage) befördert.

Gegen Zusage eiuer jährlichen Vergütung von 4500 Lstr. auf vorläufig 20 Jahre an die Ladern g. Houtli ^triean ?sleAra.M (.'oinpanv Hai diese im Jahre 1899 eine Schleife des Mossamedes Kapstadt-Kabels nach Swakopmund gelegt, und im August 1901 wurde auch die telegraphische Verbindung zwischeu Swakopmund und Windhoek hergestellt und damit der längst gehegte Wunsch er­füllt, den Verwaltungssitz mit Europa verbanden zu sehen. Verhandlungen mit der Kapregierung wegen Anschluß au die Kaplinien sind allerdings schon seit Jahren, bislang aber ohne Ergebnis geführt worden.

Die Heliographenlinie Windhoek Gibeon ist 1902 bis Keetmannshoop ausgedehnt worden, sodaß auch dieses nuumehr mit dem Verwaltungssitz in telegraphischer Verbindung steht.

Seit dem Jahre 1901 besitzeil Swakopmnnd und Windhoek auch Feru- sprecheinrichtung.

Die Entwicklung des Handels weist folgende Zahlen auf, wobei zu bemerken ist, daß eine zuverlässige Statistik hier erst seit dem Jahre 1897 existiert.

Im Jahre 1890 belief sich die Einfuhr in Walfischbai auf 473000 Mk. und die Ausfuhr wertete nur 115000 Mk., im Jahre 1893 waren diese Werte auf 915 000 Mk. in der Einfuhr und 131000 Mk. in der Ausfuhr gestiegeu. Seitdem habeu sich folgeude Betrüge des fremden Gesamthandels ergeben für die Jahre

1894 1897 1898 1899 1900 1901 Einfuhr 1881 4887 5868 8941 6968 10075 Tausend Mk. Ausfuhr 123 1246 915 1399 907 1240

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