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Gebrauchswasser für die Walfischbai, während Trinkwasser teilweise von Kapstadt kommt. Über die sich landeinwärts erstreckenden Dünen wurde 1898 eine 18 Km lange Schmalspurbahn mit 80 em Spur für Maultierbetrieb angelegt, doch ist der Betrieb infolge der steten Sandverwehungen sehr schwierig und kostspielig uud der Verkehr über Walfischbai ist stetig abnehmend.
Anch die 16 Seemeilen nördlich von ihr liegende, durch ein vorspringendes kleines Riff gebildete Landestelle des nahen
Swakopmund hatte bislang so unzureichende Landungsverhältnisse, daß nur bei steter Gefahr für Menschenleben und Ladung und bei unverhältnismäßig hohen Geldaufweudnngeu die Landung von Personen und Gütern bewerkstelligt werden konnte, uud die 1800—2300 Tous großen Wörnlann-Dampfer brauchten daher 10 bis 14 Tage zur Löschung der Ladung. Am 1. September 1899 hat man hier aber nach den Plänen des Marine-Hafenbaumeisters Mönch mit der Anlage eines auf 1200000 Mark Kosten veranschlagten, 375 m langen Hafendammes zur Schaffung eines Leichterhafens begonnen. Am 30. Januar 1901 kouute der Dampfer „Thekla Bohlen" bequem uud ohne Schwierigkeiten seine Fahrgäste an der senkrechten, binnenseitigen Hafenmauer landeu, im Juni 1901 wareu von dem Unterbau dieser Mole 245 m fertig; allerdings war die Brandung auch noch innerhalb derselben nicht selten sehr stark. Die Fertigstellung der Mole in ihrer ganzen Länge war für Mai 1902 erwartet. Swakopmnnd, das den Zugang zu dem Herero- und dem nördlichen Nama-Land bildet und in genügender Nähe und Menge gutes, klares Triukwcisser uud Futterplätze für Vieh bietet, ist mehr und mehr das Haupteingangsthor unseres Südwestafrika- uischeu Schutzgebiets geworden.
Der 65 Seemeilen weiter nach Norden zu folgende Küsteneinschnitt bei
Kap Croß hat weder Süßwasser, noch Futterplätze iu erreichbarer Nähe, die Küste ist felsig, die mir durch eine niedrige Sandzunge geschützte Bucht flach, die Einfahrt sehr schwierig und eine Landestelle existiert hier nur deshalb, weil die reichen Guanolager den teuren und gefahrvollen Betrieb des Löschens reichlich decken. Futter muß zu Schiff herangebracht werden, Trinkwasser wird durch drei große Destillier-Avvarate aus dem Seewasser gewonnen. Die Schiffe, welche weit draußen auf der Rhede liegen müssen, haben oft viele Monate unthätig zu warten, ehe sie Ladung nehmen können.
Ähnlich ungünstig liegen die Verhältnisse in der weiter nördlich liegenden Rock Bay, welche gar nicht benutzt wird; auch die alsdanu folgende Khumib-Mündung und Angra Fria, welche als mögliche Häfen in Betracht kameu, haben keinen Praktischen Wert, und vergebens haben unsere Marine, wie Privatleute, nach besseren Häfen Umschau gehalten.
Was den Dampferverkehr anbetrifft, so ging derselbe früher ausschließlich über Kapstadt, erst vom Jahre 1891 ab vermittelten von der Kolonial-