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West-Afrika / von Moritz Schanz
Entstehung
Seite
364
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Robben und Seehuudsfelle je 1 Mk.; Straußenfedern 2 Mk. das Kilogramm. Einfuhr von Fenerwaffen nnd Munition und der Handel damit sind seit I.Januar 1898 der speziellen Erlanbnis des Gouvernements unterworfen. Direkte Steuern werden erhoben für den Ausschaut uud Verkauf geistiger Geträuke jähr­lich 200 bis 300 Mk. für jede 8000 Liter; eine Wagenabgabe von 20 bis 40 Mk., eine Abgabe der Wanderhändler von 80 bis 320 Mk., in Windhoek auch eine Hundesteuer von 10 Mk., alles pro Jahr, während ein mit 5 Mk. zu lösender Waffenschein für 5 Jahre gilt.

Die Abrechnung über das Rechnuugsjahr 1900/1 ergab an Gesamtein­nahmen 1022000 Mk. und davou entfiele,: 800000 Mk. auf Zölle und 87000 Mk. auf direkte Steuern. Das Jahr 1901/2 ergab, 800000 Mk. an Einfuhr- und 135000 Mk. an Ausfuhrzöllen.

Die hier bezahlten Gehälter der Regierungsbeamten betragen für

Peusiousberechtigten Gehalt, Ms Kolonialdienst-Zulage Gouverneur 900012 700 20000 Mk.

Referent uud Oberrichter 5100 8100 8000

Bezirksamtmännerund Richter 3600 6600 4800

Regiernngsärzte 3 600 5700 3000

Die europäischen Angehörigen der Schutztruppe beziehen folgende Gehalte: Ein Stabsoffizier 14100, 6 Hauptleute je 960010800, 12 Oberleutnants 7500, 14 Leutnants 6300, die 8 Militärärzte 630014100, die Zahlmeister 4 500 5000, die 17 Feldwebel 1500, die 134 Sergeanten und Unteroffiziere 1300 bezw. 1200, die 190 Gefreiten 1100 und die 430 Gemeinen je 1000 Mk.

Sämtliche Beamten genießen außerdem freie Wohnung, vom Feldwebel abwärts daneben auch freie Verpflegung.

Das 1620 m ü. M. liegende

Windhoek (sprich Windhnk) nnd seine Anfang der siebziger Jahre er­richtete Barmer Missionsstation wurde 1880 in einem Kriege zwischen Hotten­totten und den Hereros vollständig zerstört und erst im Mai 1890 als deutsche Niederlassung ueu gegründet durch den Reichskommissar von Fran^ois, der für seine kleine Schutztruppe eines sicheren Stützpunktes iu der Mitte der Kolonie bednrste. Auf eiuem Hügelzug mit reichen, zum Teil über 70" C. heißen Quellen und ringsum vorhandenen, guten Weideplätzen legte er ans gebrannten Ziegelsteinen eine Beste, Garnison- uud Verwaltungsgebäude an, Erdgeschosse mitklangen Frontseiten, stattlichen Türmen, tiefen und schattigen Veranda-Vor­bauten und mit Wellblechdächern. Im Jahre 1897 wurde hier auch ein Krieger­denkmal errichtet, ein von einem Adler gekrönter Obelisk, und dieses ganze, in Akazien eingebettete Groß-Wiudhoek bietet mit seiueu etwa 70 Häusern heilte das Bild eines deutschen Kreisstädtchens.

Auch das früher so öde, auf einer vegetationslosen, 10 bis 12 m hohen Düne 2 1<m nördlich von der Mündung des Swal'oP gelegene