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West-Afrika / von Moritz Schanz
Entstehung
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Besondere Verfügungen bestehen über Längenbezeichnung und Faltenbreite der Handelsgewebe; über Schutz gegeu Verfälschung von Ausfuhrwaren; über Sonntagsarbeit; über Handel an Bord der Schiffe, und über Führung von Re­gistern und statistischen Nachweisungen.

Als Rechnungsmünze ist schon seit dem 10. Oktober 1886 die Reichs­mark eingeführt, doch werden auch 1 L 20 Mk. und 20 Francsstücke l6 Mk. als gesetzliches Zahlungsmittel angenommen.

Durch Verordnung vom 6. April 1894 wurden für alle Rechtsgeschäfte metrische Maße und Gewichte vorgeschrieben.

Während Kamerun im Jahre 1884 neben 7 englischen nur 2 deutsche Handelsfirmen aufwies, finden wir daselbst im Jahre 1901 neben 8 englischen 14 deutsche; die letzteren sind meist in Hamburg, von den englischen 2 in Bristol und 6 in Liverpool domiziliert und zwar sind von letzteren die bedeutenderen: John Holt u. Co. und David Jones u. Co.

Neben den deutschen Privatfirmen haben sich speziell für Handelszwecke in Kamerun noch folgende deutsche Gesellschaften gebildet:

Die Deutsch-Westafrikanische Handelsgesellschaft in Hamburg, G. m. b. H., gegründet am 1. Januar 1897; Kapital 1950000 Mk.; besitzt außer zahlreichen Stationen im Kamerun- und Rio del Rey-Bezirk auch Faktoreien in Togo, an der Goldküste, in Dahome und Süd-Nigeria. Geschäftsführer: F. Bodo Clausen und Ernst Otto Meyer.

Die Bremer Westafrikanische Gesellschaft hat eine Station 2 Km nördlich von Kribi an der Küste.

Die 1902 in Hamburg mit einem Kapital von 200000 Mk. gegründete Hamburg-Atrika-Gesellschaft m. b. H. beabsichtigt Handelsgeschäfte im süd­lichen Kamerun zu betreiben.

Eine eigentümliche Rolle haben die folgenden drei Gesellschaften gespielt.

Die Kamerun-Hinterland-Gesellschaft in Berlin, Direktion H. Jaeger und Paul Reichard. Schon 1893 mit einem Kapital von 200000 Mk. geplant, hat aber damals, trotz überaus verlockenden Prospektes, nur 30000 Mk. erhalteu; am 18. Januar 1896 als Syndikat konstituiert, welches eine erste Expedition nach Kamerun schickte und dort Stations- und Karawanenhandel trieb. Kapital bis 1901 allmählich auf 800000 Mk. erhöht, obwohl bislaug weder eine Divi­dende erzielt, noch die in Aussicht gestellte Erlangung der Rechte einer Kolonial- Gesellschaft erreicht werden konnte. DieGesellschaft" besaß noch immer keine rechtliche Form, beschloß aber trotzdem im März 1901, zur Erweiterung ihres Betriebes und zur Anlage von Pflanzungen am Sanaga für 500000 Mk. Vor­zugsaktien auszugeben.

Die Handels- und Plantagen-Gesellschaft Süowest-Kamerun^ eiue Tochtergesellschaft der Kamerun-Hinterland-Gesellschaft, gegründet in Berlin am 3, März 1900, Direktoren H. Jaeger und C. Käppel, suchte 1 Million Mk.