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West-Afrika / von Moritz Schanz
Entstehung
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Landkonzession von 50000 1m an den fruchtbaren Manenyuba und Bakossi-Bergen und Regieruugslcmd zu beiden Seiten der Trace in schachbrettförmigen Blocks.

Zur Feststellung der Trace hat sich ohne Zeitverlust eine Kommission von deutschen, englischen und belgischen Ingenieuren nach Kamerun begeben.

Eine zweite Bahn wäre zur Erschließung des Wute-Gebirges erwünscht uud müßte etwa vou Edea aus, dem Endpunkt der Schiffbarkeit des Sanaga, diesem Flusse folgeu.

Eine dritte Bahn müßte den Njong-Fluß oberhalb der Tappenbeck-Schnellen mit der Küste verbinden, da der Njong selbst oberhalb der Schnellen weithin schiffbar zu seiu scheiut.

Eiue vierte Bahn könnte die Batanga-Küste mit Wesso am schiffbaren Sanga verbinden, welcher bisher, allerdings durch Französisch-Kongo hindurch, den bequemsten Zugaug zur Südost-Ecke unseres Schutzgebietes bildet.

Mit der Ausführung dieser Pläne wird es meist freilich wohl noch gute Weile haben.

Inzwischen hat die Westafrikanische Pflanzungsgesellschaft Victoria im Jahre 1901 ihrerseits damit begonnen, unter Leitung des Hauptmanns vou Besser eine 60 Km lange Bahn mit 60 ein Spur von Victoria über Soppo. Busa, Molyke und Lisoka nach ihrer Pflanzung Esoka anzulegen. Diese Bahn, welche bis Soppo etwa 900 m steigt und dann stark fällt, soll in erster Linie die Ernten der von ihr berührten Pflanzungen zur Küste führen, dürfte aber auch der Regierung ein willkommenes, wohlfeiles Transportmittel werden, da heute eine Trägerlast von 25 Kss von Victoria nach Busa etwa 22 Km noch 2^ Mk. kostet.

Poststationeu existieren in Duala, Victors, Buea, Kribi und Rio del Rey, da­gegen ist der Telegraphendienst hier sehr zurückgeblieben und dieser Mangel macht sich besonders bei dem Verkehr mit den Expeditionen im Innern sehr unangenehm fühlbar; brauchen Nachrichten von dem nördlichen Teile unseres Schutzgebiets bis zur Küste doch 6 Monate. Erst im Dezember 1901 ist eine Fernsprechlinie zwischen Victoria und Busa eröffnet worden, und eine Telegraphenlinie Duala- Busa ist in Arbeit, während ein Kabel schon seit 1893 Duala mit Bonny an der Nigerküste und so mit dem Welt-Kabelnetz verbindet.

Die Wörmann-Dampfer erreichen Duala auf der monatlich verkehrenden Kamerun-Hauptlinie von Hamburg aus in 22 Tagen und berechnen die Passagier­preise in erster Klasse mit 600, in zweiter Klasse mit 450 Mark.

Der Handel Kameruns weist folgeude Zahleu auf in Tausenden von Mark: 1890 91 92 93 94 95 96 97 98 99 1900 Eittfuhr 4000 4547 4470 4161 6497 5658 5358 6326 9296 11133 14245 Ausfuhr 4306 4263 4633 4435 4089 3961 3385 4601 4840 5886

In der Einfuhr standen im Jahre 1900 obenan: Gewebe mit 3623, Eisen uud Eiseuwareu 1 735, Messiug- uud Kupferwaren 226, Materialwaren