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Anlage einer auf 800000 Mk. veranschlagten Landungsbrücke in Lome, um den bisher infolge der ungünstigen Landuugsverhältuisse an der Togo-Küste meist nach englischen und französischen Häfen gehenden Verkehr nach Lome zu ziehen. Mit dem Bau der Brücke ist im Jahre 1901 begonnen worden, und der Zu- briugerbahn Lome — Klein-Povo will man vorläufig eine Spur von nur 75 ein geben, richtet sie aber so ein, daß sie leicht auf einen Meter Spurweite umgewandelt werden kann.
Das Kolonialwirtschaftliche Komitee in Berlin hat im Januar 1902 eine Expertise nach Togo entsandt zur Feststellung der Trace, Ausarbeitung von Plänen und Berechnung von Kosten und Rentabilität bei den Spurweiten von 75 oder 100 ein für eine Bahnlinie Lome—Palime und dadurch wird hoffentlich auch einer baldigen Aufschließung des Innern, einer Ausdehnung der Gewiuugreuze für die Ölpalmen und andere Kulturen vor- und der weiteren Ablenkung des Handels von Lome nach Quittah entgegengearbeitet. Die Berichte dieser Eisenbahn- Kommission bestätigten die schon früher erfolgte Feststellung, daß dem Bau der Bahn von Lome nach dem Innern besondere technische Schwierigkeiten nicht entgegenstehen und die höchste Steigung bis zu Misahöhe 1 : 30 beträgt. Der leitende Ingenieur der Tracierungsarbeiten empfiehlt die etwa 120 Km lauge Linie über Gadja, Tafie und Tove-Djigbe, einerseits um größere Steigungen zu vermeiden, andrerseits um mit der Bahnlinie möglichst nahe an die Ölpalmen- uud Baumwoll-Produktionsgebiete des Agu-Gebirgsstockes heranzukommen.
Bislang betragen die Trägerkosten von Lome nach Misahöhe 167 Pfg. für die Kilometertonne.
Die Gewinngrenze für Pälmkerne liegt jetzt 90 Km, diejenige für Palmöl 120 Km von der Küste entfernt.
Poststationen bestehen in Lome und Klein-Povo, diese beiden Plätze sind auch durch Telephon und Telegraph verbunden und über Quittah und Kotonu an das internationale Telegraphennetz angeschlossen.
Die Woermann-Dampfer erreichen Lome auf der monatlich verkehrenden Kamernn-Hauptlinie von Hamburg aus iu 19 Tagen und berechnen die Passagepreise in erster Klasse mit 520, in zweiter Klasse mit 350 Mk.
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Die Entwicklung des fremden Handels der Togokolonie weist folgende Werte in Tausenden von Mark auf:
1889/90 1892 1893 1894 1895 Einfuhr 1630 2135 2414 2240 2353
Ausfuhr 1800 2411 3413 2894 3048
1896 1897 1898 1899 1900 1901 Einfuhr 1886 1975 2490 3279 3 516 4722 Aussuhr 1651 771 1470 2582 3058 3689 wobei sich der auffalleude Rückgang in den Jähren 1896/97 durch Mißerute iu Südtogo erklärt.
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