Togo.
Die erste deutsche Faktorei an der Sklavenküste wurde im Jahre 1856 von der Bremer Firma Friedr. M. Vietor Söhue errichtet, im Jahre 1879 setzte sich das Hamburger Haus Wölber und Brohm in unserem heutigen Togogebiet fest und es folgten bald weitere Hamburger uud Bremer Firmen, welche der Zollscherereien halber ihre Aulagen von der englischen Goldküste nach hier verlegten. Die Engländer aber hetzten die Eingeboreneil dieses unabhängigen Togo-Gebiets mehr uud mehr gegeu die u i ch t englischen Kaufleute auf, im Februar 1883 drohte es wegen Hemmung des Handelsverkehrs zu Zusammenstößen zwischen den Eingeborenen und den deutschen Kaufleuten zu kommen und letztere wandten sich deshalb mit Schntzgesuchcn an die deutsche Regierung. Nachdem diese im Jahre 1883 bei den Senaten der Hansastädte und den mit der westafrikanischen Küste vertrauten Kommandanten der deutschen Marine Gutachten eingeholt hatte, faßte mau iu Berlin den Entschluß, eine kommissarische Vertretung deutscher Interessen au der westafrikauischeu Küste einzurichten welche den vom hanseatischen Handelsstand beantragten Abschluß vou Verträgen mit unabhängigen Negerstaaten betreiben sollte und dort dauernd Kriegsschiffe zu stationieren. Schon Ende Januar 1884 ankerte die „Sophie" vor Kleiu-Popo, um durch energisches Auftreten die deutscheu Juteresseu gelegentlich der dort herrschenden Rivalitäten zwischen verschiedenen Negerhäuptliugen zu vertreten und diese baten schließlich, nachdem „King" Lawson nach Lagos abgeschoben worden war, in einem förmlicheil Gesuch um die deutsche Schutzherrschast. Dell erneuten euglischeu Umtrieben machte das Erscheiueu der „Möve" mit dem Reichskommissar Dr. Nachtigal an Bord eiil Ende, welcher am 2. Juli 1884 vor Klein-Popo eintraf, am 5. Juli iu dem Fischerdorf BagidK, am 6. Juli in Lome die deutsche Flagge hißte uud deu Hauptageuten voll Wölber uud Brohm, Heinrich Randad, als provisorischen Konsul einsetzte. Der nunmehr wiederholt ausgedrückte!! Bitte der Häuptlinge voil Klein - Popo, anch unter deutschell Schutz zu kommen, konnte vorläufig jedoch uoch uicht defiuitiv eutsprocheu werden, da hier auch französische Interessen vorhanden zu seiu schieuen; der Entscheid darüber wurde uahcrer Prüfuug vorbehalten uud bis zum Juli 1885 hinausgeschobeu. Auch betreffs Porto Seguro lagen anfangs ähnliche Bedenken vor, weil der dortige Häuptliug schoil vor mehreren Jahren die Schutzherrschaft über sein Land den Franzosen angeboteil; da die französische Regierung dieses Schutzgesnch aber nicht beantwortet hatte, so schloß die „Leipzig" am 5. September 1884 auch hier einen Schntz- vertrag ab und hißte die deutsche Flagge. Die Frcmzoseu suchten bald darauf allerdiugs iu der Nachbarschaft gebieterwerbend cmfzutreteu uud hißteil ihre Flagge am 12. April 1885 in Groß-Popo, am 17. April in Klein-Popo, obgleich die