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Viele Togo-Leute haben sich letzthin für die Plantagen in Kamerun anwerben lassen, wo sie als fleißig, anstellig und lenksam geschätzt, freilich auch nicht billig sind. Um die Auswanderung der Togo-Leute zu erschweren, ist ans jeden auswauderndeu Arbeiter — mit Ausnahme von den nach Kamerun gehenden — eine Abgabe von 10 Mark gelegt. In Togo selbst beziehen sie einen Tagelohn von 75 Pfennigen an der Küste, von 25—50 Pfennigen im Innern, durchschnittlich etwa 40 am Agu, während der Tagelohn für gelernte Arbeiter, Hmid- werker u. s. lv. zwischen 1,75 Mk. und 2,50 Mk. schwankt.
Von Europäern zählte man im Juni 1901 im Togo-Gebiet 137, darunter 11 Nichtdeutsche. Dem Berufe uach wareu darunter 46 Beamte, 36 Kaufleute, 6 Pflanzer, 29 Missionare und 9 Missionsschwestern, neben welchen nur noch 10 andere weiße Frauen vertreten waren.
An der Spitze der Kolonialverwaltung stand bis 1898 ein Landeshauptmann, der vou da ab als Gouverneur bezeichnet wird und zwar wurde der ursprünglich iu Bagida befindliche Berwaltungssitz bald nach Sebbe bei Klein- Popo und von dort im Februar 1897 nach Lome verlegt. Bon 1887—95 finden wir Jesko von Puttkamer, zunächst als Reichskoininissar, dann als Landeshauptmann, von 1895 bis zu seinem im Januar 1902 erfolgten Tode Angnst Köhler an der Spitze der Kolonie. Dem Gouverneur stehen 1 Kauzler und 3 Vorstände für Kasse, Büreau uud Zoll zur Seite; Bezirksamtmnuuer befiudeu sich in Lome und Klein-Povo; Stationsbezirke sind Misahöhe mit Kpandu, Atakvame, Kete- Kratschi, Bismarckburg, Sokode mit Basari und Sansanne-Mangu. Bereits am 15. Jauuar 1886 wurde auch ein Verwaltungsrat geschaffen, der in lokalen Fragen dem Regieruugskomnnssar beratend zur Seite stehen, u. a. anch drei, jährlich vom Kommissar gewählte Mitglieder dortiger europäischen Firmen umfassen uud zu desseu Beratungen je nacki Bedarf auch andere Sachverständige oder Häuptlinge zugezogen werden sollten; doch ist dieser Beirat seit geraumer Zeit uicht benutzt worden. Die Rechtspflege für Nichteingeborene besorgt als Richter ein deutscher Assessor iu Lome; in inneren Angelegenheiten der Dörfer und Laudschafteu, sowie bei Streitigkeiten zwischen eigenen Stammesgeuosseu üben die von der Regierung anerkannten Häuptlinge das Recht der Entscheidung aus, uud ihre vermutlichen Erben sucht mau durch Vermittelung der Stationen mit den Anschauuugeu uud Zwecken der deutschen Regierung vertrant zu macheu, doch greifeu die Organe der Kolonialverwältung, wenn nötig, selbständig ein. Eine Schntztruppe besteht iu Togo bislaug uoch uicht, souderu uur eiue Polizei - truppe von etwa 150 Eingeborenen unter deutscheu Militärpersonen.
Von den Missionen wirken hier: die Norddeutsche bereits seit 1847 und diese hat ihren Hauptsitz vou Quittah jüugst nach Lome verlegt; daneben finden wir die Baseler, Wesleyaner uud katholische Missionare von Steyl. Dieselben unterhalten sämtlich auch Schalen nnd zwar bieten mich die deutschen Missionsschulen mit Rücksicht auf die bislang vorhandenen Kräfte noch das Englische als