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West-Afrika / von Moritz Schanz
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Dagegen wurde die detaillierte Greuzregetuug mit Dahoine im Jahre 1901 endgültig geordnet.

Werfen wir nun einen Blick auf Laud und Leute der 87200 ^Km um­fassenden Togo-Kolonie.

Auf die uubedeuteude Lauge von nur 52 Km eiugeschuürt, zieht sich der schmale, niedrige und hafeulose Küstenstreifen dahin, schutzlos einer starken Brandung preisgegeben, welche am schwächsten in den Monateu November bis Januar ist, oft aber die Lauduug so erschwert, daß die Post weder in Lome, noch in Klein-Popo gelandet werden kann, sondern in Quittah oder Accra ab­gesetzt und von dort mittels Booten nach der Togoküste befördert werden muß. Auf diesem mit Dorngebüsch, stellenweise mit Kokospalmen bestandenen, sandigen Küstenstrich liegen die Handelsplätze Lome mit 4000 Einwohnern, Bagida, Porto Seguro, Klein Povo mit 6000 Einwohnern und Sebbe. Dahinter zieht sich eine Reihe vou 3 bis 5 m tieseu, also schiffbaren Brackwasser-Lagunen hin, da­runter der große Togo-See, in welchen die Flüsse Haho, Lili und Sio münden, während die Flüsse Todschi und der, einen Teil unserer Westgrenze bildende, von Kete-Kratschi abwärts schiffbare Volta das Meer auf britischem Gebiet erreichen und unsere Ostgrenze vom 7. Breitengrad südlich durch deu Thalweg des Mono gebildet wird, der von Togodo ab auch schiffbar ist. Hiuter den Lagunen folgt zunächst eiue 40 Km breite Zone 4060 m hohen Hügellandes mit außer­ordentlich reichen Beständen an Ölpalmen und Fruchtbäumen uud darauf eine 4080 Km breite, regenarme Baum- uud Buschsteppe mit geringem Anbau von Manioc, Bataten und Mais, während das Übrige bedeckt ist mit Rohr, über­mannshohem Gras und Buschdickicht, aus dem einzelne Bäume hervorragen; nach Osten zu gehört das Land mehr der Savanne an. Hinter diesem Hügel­land zieht sich nun von Süd nach Nord der westlich von Acera als Akwazim- gebirge begiuueude, durchschnittlich 500 m hohe und reich bewaldete Haupt- gebirgszug, der deu Volta bei Kpong überschreitet, sich durch Hinzutreten paralleler Gebirgszüge in Mittel-Togo verbreitert, hier als Apasso oder Opossum- Gebirge zusammenfassend bezeichnet wird, und eine Höhe bis gegen 900 m erreicht, sich sodauu verschmälert nnd am Kuppenland vou Basari uud dem kleiueu, West- östlich gerichteten Daka-Sndu-Platean aufhört; der Gebirgszug erscheint aber wieder nördlich vom Kara-Fluß und zieht sich in nordöstlicher Richtuug weit ins französische Gebiet hinein. Dieses regenreiche Hauptgebirge wird im Osten von isolierten Bergknppen begleitet, wie dem Noyo, dem Adaklu und dem steilen Agn, während im Nordwesten die hier nnr gegen 250 m hohe Westsudanisch'e Binnen­tafel anstößt, welche dicht bevölkert nnd gnt für Rinder-, Schaf- nnd Pferdezucht geeignet ist.

An Bodenverhältnissen hat man in Togo demnach 4 Hanptarten zu nuterscheiden, nämlich zunächst den Küstenstrich zwischen See uud Laguue, desseu Quarzsand mit etwas Humns zwar nur geriugeu Nährstoff bietet, aber geeiguet