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Auch den Wegen, besonders im Abeokuta- und Jbadau-Distrikt, und den Wasserstraßen hat man iu den letzten Jahreu größere'Aufmerksamkeit gewidmet uud seit 1899 einen wöchentlichen Postdienst mit kleinen Dampfbooten auf der Laguue zwischen Lagos und Porto Novo eingerichtet.
Der Land-Telegraph, im Jahre 1899 370 Km laug, verbindet Lagos seit 1898 mit Saki und mit Dschebba, dem Hauptquartier Nord-Nigerias. Seit dem Jahre 1900 hat mau zwischen Lagos und Forcados versuchsweise Brieftauben verwendet, da man die dringend nötige Verbindung zwischen diesen beiden Plätzen durch Telegraph oder Kabel, der Kosteu wegeu, bislaug nicht herstellen konnte.
Der Handel von Lagos, ohne den Transitverkehr, wies folgende Entwicklung auf
1876 1880 1885 1890 1895 1896 1897 1898 1899 1900 Einfuhr 476 407 542 478 771 881 758 892 960 832 Tausend Pfund Ausfuhr 619 576 614 595 985 975 810 882 915 885 uud ist damit, im Verhältnis zn dem beschränkten Umfang des Gebiets, ein recht bedeuteuder.
In der Einfuhr staudeu im Jahre 1899 au der Spitze: Baumwollwaren (305), Kontanten (160), Eisenbahu-Brückcninaterial (91), Spirituosen(76), Kolanüsse (26) und Perlen (26 Tausend Pfnnd), während in der
Ausfuhr 49500 Tons Palmkerne mit 412, 3'/z Millonen Gallonen Palmöl mit 168, 1993 Tons Kautschuk mit 160 uud 7680 Blöcke Nutzholz mit 34 Tauseud Pfund Sterling obenan standen.
Der Einfuhrzoll, früher im Allgemeinen 5°/g vom Werte, ist 1899 zunächst für Tabak, Petroleum, Zucker, Salz, Kolanüsse u. a. erhöht worden und Spiritnosen zahlen seitdem 3 statt 2 Schilling für die Gallone; seit dem Jahre 1900 ist der Zollsatz im Allgemeinen auf 10°/„ erhöht worden. Von Nord- uud Süd-Nigeria eingehende und dort verzollte Waren sind, soweit der dortige Zollsatz nicht niedriger ist, in Lagos zollfrei, dagegen bezahlen von Lagos nach Nigeria eingeführte Waren den vollen Lagos-Zoll.
Während der Zwischenhandel früher anch hier unter sperreudeu Schranken zu leiden hatte, können die Karawanen jetzt friedlich zwischen Lagos und dem an der Nordgrenze Borgu's gelegenen Jlo am Niger verkehren.
Im Kleiuverkehr dienen als Geld fast noch ausschließlich die Kauri- Muscheln, Silbermünzen werden aber überall als Zahlung angenommen.
Was den wirtschaftlichen Wert der Kolonie anbelangt, so stehen bislang obenan die Produkte der
Ölpalme, die iu ihreu Meugeu sehr wechselnd sind, bei einer verbesserten Ausschließung des Hinterlands aber einer wesentlichen Steigerung fähig sein sollten, da bislang in gewissen Distrikten die Palmkerne noch gar nicht gesammelt werden, teils aus Maugel au Arbeitern, teils wegen fehlenden billigen Transports.