Lagos.
Das von den Portugiesen entdeckte Lagos war lange Zeit einer der Mittelpunkte des Sklavenhandels gewesen, und um den Menschenjagden nnd Opfern in der dortigeu Gegeud eiu Ende zu machen, mischten sich die Engländer ein, indem sie 1851 den König Kosoko, der seine Mitwirkung zur Unterdrückung des Sklavenhandels versagte, entthrouteu, au dessen Stelle seinen Vetter setzten und diesem eineu Kousul zur Seite gäbe«, der die Bekämpfung des Sklavenhandels überwachte. Da der folgende König, Dossemo, sich nicht an den Vertrag mit England hielt, so wurde er 1861 genötigt, gegen eine Jahresrente von 1000 Pfund die Jusel Lagos und gegen eine weitere Rente von jährlich 40 Pfuud auch seiu übriges Gebiet an die englische Krone abzutreten. Die neue Kolonie erhielt eine Schutztruppe von 100 Haussas, die als Sklaven nach Lagos gekommen waren, daneben aufänglich auch noch zwei Kompagnien Westindier, und der Handel von Lagos, hauptsächlich Palmöl uud Palmkerne umfassend, nahm bald einen überraschenden Aufschwung; betrug der Gesamthaudel 1862 erst 140 000 Lstr., so wies derselbe 1863 schou 330000 Lstr. auf und die Einnahmen stiegen von 7100 Lstr. in 1862 auf 22800 Lstr. in 1864 und 42000 Lstr. in 1870, nachdem man 1862 den Zoll von 2°/, ans 3'/, vom Werte erhöht hatte.
Die anfangs nur aus den Laguneu-Juselchen Lagos und Jddo bestehende „Kolonie" wurde durch Erwerbungen an der Küste uud im Jnueru allmählich erweitert und zwar giug die Entwicklung im allgemeinen ziemlich ruhig vorau. Eiuige Feldzüge waren nötig, um die Stämme des nahen Binnenlandes zn zwingen, unter sich Frieden zu halten und den Sperrhandel nach dem weiter landein gelegenen Aorubalande aufzugeben.
Lagos wurde zunächst mit der Goldküste zusammen verwaltet, zeitweise unter Sierra Leone gestellt und erhielt erst 1886 seine Einrichtung als selbständige Kolonie mit eigenem Gouverneur uud Gesetzgebendem Rat.
Trotz beständiger Kämpfe der Eingeborenen im Innern untereinander hatte der Hcmdel keiue Eiubuße erlitten, und uachdem die Engländer im Mai 1892 die Jebu uuterworfeu hatten, welche den Verkehr nach dem Hinterlande bei Ode absperrten, wurde auch das Laud Aoruba völlig zugäuglich, eine bis zu 800 m hohe, schöne und parkähuliche Landschaft und früher eiuer der beliebtesten Jagdgründe für Sklavenjäger. Kultur, Religion und Handel des Sudan sind hier am weitesten bis zur Küste vorgcdruugeu uud das um 1825 gegründete Fürstentum Abeokuta war so stark, daß es in den Jahren 1851, 1857 und 1863 die Angriffe Dahomes abschlagen konnte, während der nördlich davon liegende Staat Jbadan das Bollwerk gegen die Fulbe bildete. Die Bewohner Aorubas sind