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hauptsächlich Ackerbauer und ihre mit reicheu Bitdhanerarbeiten verzierten Häuser zeichnen sie vor alleu Stämmen Afrikas aus.
Es folgte uuu für Lagos eiu weiterer nennenswerter Aufschwung des Handels, von dem besonders die dort etablierten deutschen Häuser profitierten.
Der frauzösisch-euglische Vertrag vom 14. Juni 1898 bestimmte, in Ergänzung eines Abkommens von 1889, die Westgrenze von Lagos gegen Dahome, und dnrch die Aufteilung der Gebiete der L-oM ^ixsr OomMn^ wurde die Kolonie Lagos bis zum 9° nördlicher Breite ausgedehnt, nachdem auch iu dereu Hiuterlaud 1898 Unruhen stattgefunden hatten.
Das englische Lagos besteht heute aus dem Küstengebiet der eigentlichen, 8961 «Km großen „Kolonie", welche in die drei Distrikte Badagry, Jkorodu nnd Epe zerfällt, und aus dem von Dahome uud Nigeria eiugerahmteu, 65915 akm großen „Schutzgebiet" des in zahlreiche kleine Reiche, bezw. Stadtstaaten zerfallenen Hinterlands, und umfaßt im ganzen rund 75000 akm mit 1'/--Millionen Einwohnern, wovon nur weuig mehr als 300 Europäer siud.
Die Grenze zieht im Westen dem Addo- und dem Okpara-Fluß entlang, wendet sich dann in einer gekrümmten Linie nach Osten, Kischi an Lagos, Ilorin und Kabba an Nord-Nigeria, Owo an Süd-Nigeria überlassend und trifft bei dem Schnittpunkt mit dem 6° nördl. Breite wieder auf die Küste. Die Küsteuliuie der Kolonie ist zwar 297 Km lang, weist als einzigen Hafen aber nur Lagos auf; allerdings hilft dem Mangel an Küstenhäfen einigermaßen der Verkehr auf der Lagune ab, welche fast in der ganzen Breite der Kolonie schiffbar ist.
Die Verwaltung untersteht einem mit jährlich 5000 Lstr. bezahlten Gon- verneur, dem ein Verwaltungskorper von drei höheren Beamten und ein Gesetzgebender Rat zur Seite steheu, welch' letzterem z. Z. neben 5 Beamten auch 5 Nichtbeamte augehöreu. Einschließlich der schwarzen Hilfsarbeiter beträgt die Zahl der Beamten in Lagos 228, den im ganzen vorhandenen nnr 300 Europäern gegenüber eiue recht große Zahl. Der Gouverneur Sir William Mac Gregor plante im Jahre 1902 die Einsetzung einer regelrechten Eingeborenen-Provinzial- regierung nnter der Herrschaft der mächtigen Oberhäuptlinge, des „Alafin" von Oyo, des „Alare" von Abeokuta und des „Baschornn" von Jbadan.
Die auf die Hauptorte der Kolonie und des Schutzgebiets verteilte Haussa- Schutztruppe bestuud im Jahre 1900 aus 800 Mauu einschließlich von 21 europäischen Offizieren und kostete der Kolonie 25 000 Lstr., während die Unterhaltung der meist aus Joruba besteheudeu, 400 Mauu starkeu Polizeitruppe im gleichen Jahre 14000 Lstr. beanspruchte.
Drei englische Protestautische und eine katholische Missionsgesellschaft sorgen, vou der Regieruug dabei unterstützt, auch ausschließlich für die Jugenderziehung und unterhielten im Jahre 1899 einschließlich von 8 Handwerksschulen 71 Sehnten mit fast 4000 Schillern, vou deueu allerdings nur 3 000 einigermaßen regelmäßig erschienen. Zu deu vou diesen Anstalteil verwandten Gesamt-