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Petroleum und Lebeusmittel; Frankreich besonders Wein. Deutschlands Iniport hier hat in den letzten Jahren eine starke Steigerung, besonders in Eisenwaren und Spirituoseu,, erfahren uud ist von 23228 L in 1898 auf 51987 L im Jahre 1900 gestiegen.
Die Ausfuhr im Jahre 1900 wies als Hauptposten auf: 21500 Tons Palmkerne im Werte von 171000 L, 128000 Gallonen Palmöl ^ 7400 L, 15000 Centner Kolanüsse ^ 79000 L, 2400 Centner Kautschuk ^ 25000 feruer Kopalharz 7000, Ingwer 0200, Benuisamen 4500, Baumwolle 2400 und Reis 600 L. Mit Ausnahme von Kolanüssen und Palmkernen ist seit 1896 überall ein Rückgang eingetreten, nämlich in Vergleich zu 1900 bei Bauim wolle vou 40000 auf 2400, bei Häuten von 13000 auf 500, bei Reis vou 4000 auf 600 L, bei Kautschuk vou 79000 auf 25000, bei Bennisamen von 12500 auf 4500, bei Ingwer von 14000 auf 6200, bei Kopalharz von 12000 auf 7000
Die Bestimmungsländer der Ausfuhr im Jahre 1900 waren: Großbritannien mit 125000, Deutschland mit 112000, Fremde Plätze an der West- afrikanischen Küste mit 48000, Gambia mit 44000, andere britische Kolonieen mit 14000 nnd Frankreich mit 10000 L. Deutschland nimmt in der Ausfuhr also eiueu noch weit wichtigeren Platz ein, als in der Einfuhr.
Der Haudel iu Sierra Leoue ist auch heute noch überwiegend Tauschhandel, doch nimmt die Benutzung gemüuzteu Geldes auch hier ständig zu, und die Hüttenstener z. B. wird fast ausschließlich in Bargeld, anstatt in Landesprodukten bezahlt.
Als Geld kursieren englische und französische Gold- und Silbermünzen, aber keiu Papier. Auch die in Freetowu vertretene Lg.nK of Lritisb ^Vsst ^triea., welche die Geldgeschäfte der Kolonialverwaltung besorgt, hat uicht das Recht, Noten auszugeben.
Postsparkassen existieren in Freetown und in Bonthe und wiesen Ende 1900 Einlagen in Höhe von 48000 L auf, welche mit ^/^Zy x. a. verzinst werden.
Die schön gelegene und von 700 m hohen Bergen umschlossene Hauptstadt Freetown mit dem Sitz der Regierung und einem Allgemeinen Hospital zählt etwa 30000 Einwohner, hatte 1900 ein Jahresbudget vou 4500 und von ihren im Jahre 1895 eingesetzten 15 Stadträten werden 12 gewählt uud 3 von der Kolonialregiernng ernannt. Der ante, stark befestigte Hafen ist auch als Kohlenstation wichtig.
Der zweitwichtigste Platz der Kolonie ist Bonthe, der Hauptort der Jusel Sherboro; ein weiterer wichtiger Handelsplatz das im Norden der Kolonie am schiffbaren Lokkofluß gelegene Port Lokko mit 30000 Einwohnern.
Die Los-Inseln (abgekürzt aus Islas äs los läolos, die „Fetisch-Inseln") bilden eine Fortsetzung des in der Insel Tumbo mit der Hauptstadt Conakry endenden Laudvorspruugs in Französisch Guinea uud bestehen aus 3 vulkanischen,