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— 76 Ceutimeter und die Anlage war ziemlich schwierig, da auf einer Strecke von kaum 30 1cm elf Stahlbrückeu errichtet werden mußten. Die Baukosten pro Kilometer betrugen auf der ersten Strecke bis Songotown 75000, auf der zweiten Strecke bis Rotifuuk 52500, weiterhin 43750 Mark. Die Bahn erschließt eine fruchtbare, au Ölpalmen und Gummipflanzen reiche und dicht bevölkerte Gegend und ihre Fortsetzung bis an die Grenze von Liberia ist geplant.
Bereits beschlossen ist die Anlage einer weiteren Eisenbahn nach dem etwa 1000 m hoheu Hochland, nnd man beabsichtigte im Frühjahr 1902, die Arbeiten daran gleich in der nächsten Trockenperiode zn beginnen.
Die englischen Dampfer laufen die Los-Inseln, Sierra Leoueuud Sherboro, die Wörmann-Dampfer mir die beiden letzteren Häfen an.
Der Landtelegraph begleitet die Eisenbahnlinie uud war Aufaug 1901 bis Rotifunk, 55 Meilen von Freetown, in Betrieb.
Was den Handel der Kolonie anbelangt, so mögen für dessen Entwicklung folgende Zahleu sprechen:
Die hiesige Einfuhr stellte sich im Jahre 1816 auf uugefnhe 70000, 1816—21 auf 81000 p. Ä., 1823 auf 121000 L, während der Gesamthandel 1825 mit 136000, 1840 mit 140000, 1850 mit 212000, 1860 mit 477000 und 1863 mit 504000 L augegeben ist. In neuerer Zeit hat sich der Handel wie folgt entwickelt, in Tausenden von L:
1876 1880 1884 1885 1890 1895 1896 1897 1898 1899 1900 Einfuhr 288 491 455 318 374 427 494 457 606 689 558 Ausfuhr 297 375 377 326 349 452 449 400 290 336 362
Die Import-Zahlen für 1898/1900 siud stark durch die Folgen des Auf- stauds beeinflußt, welcher eiue ueuueuswerte Zunahme in der Einfuhr durch die Bedürfnisse der Truppen und durch deu uötigeu Ersatz der veruichteteu Warenlager veranlaßte, während der Rückgang in den Erportzahlen seine Erklärung iu der Zollpolitik von Französifch-Guiuea findet, welche durch Erhebuug von Trausitabgabeu seit 1898 den größten Teil des früher über Sierra Leoue gegangenen Handels für Concckry gesichert hat. Der früher recht beträchtliche Transit-Handel zwischen Sierra Leone und Französisch-Gninea ist seit 1898 im Import wie Export sehr uubedeuteud geworden.
Die Specialzahlen für das Jahr 1900 weisen als Hanptposten ans in der Einfuhr: Baumwollstoffe 134000, Spirituoseu 38000, Eiseuwareu 35000, Kohle 29000 und Tabak 27000 L uud zwar stammten aus Großbritannien 425000, aus Deutschland 52000, ans Nordamerika 44000 und aus Frankreich 7800 L Warenwerte.
England lieferte hauptsächlich Baumwollstoffe (123000), Kleidungsgegenstände (30000), Eiseuwareu (15000), Spirituoseu (11000) uud Wollwaareu (5000 L). Deutschland Spiritussen (20000), Eisen- und Messerwaren (15000), Kattuue (7000) und Riechwaren (2000 L); Nordamerika: Tabak, Bauholz,