werte Unruhen im Hinterland und ärgerliche Grenzstreitigkeiten mit den Franzosen veranlaßten lange Zeit die aus Samory's Reich einfallenden Sofas, bis diese in deu Kämpfen bei Falaba (1885 und 1889) und in der Landschaft Tmnbakka (1888), endlich Anfang 1894 entscheidend bei Bagwema geschlagen wurden. Kurz vorher, Eude Dezember 1893, war es freilich, gelegentlich der Verfolgung vou Samory's Baudeu, bei Waima noch zu eiuem blutigen Zusammenstoß gekommen zwischen Truppen des französischen Leutnants Maritz und des englischen Oberst Ellis im streitigen Gebiete des Hinterlands, wobei Maritz und 2 englische Offiziere fielen,*) und nachdem mau fchou vou 1882 ab verschiedene Abkommen getroffen, regelte der französisch-englische Vertrag vom 21. Jannar 1895 die Grenzen der beiden fettigen Besitzungen im Norden und Osteu vou Sierra Leoue endgültig; das Qnellgebiet des Niger wurde dabei Frankreich zugesprochen. Die Engländer aber schritten am 25. August 1896 zur Einverleibung der ihnen zugesprochnen Gebiete des Hinterlands und bildeten daraus eiu „Proteetorat" mit 5 unter Distrikt- Kommissaren steheuden Bezirken. Als man hier jedoch im Jahre 1898 anch eine Hnttenstener von 5 Schilling einführte, brach unter verschiedenen Stämmen eine nicht ungefährliche Empörung ans, welche die Zerstörung von Faktoreieu und mannigfachem anderen Eigentum seitens der Aufständischen im Gefolge hatte und dnrch aus Europa herangezogene Truppen unterdrückt werden mußte, welche die Ruhe wieder herstellten. Die Leiter der Insurrektion wurden als Gefangene nach Accra geschickt.
Werfen wir nun einen kurzen Blick aus die* 71900 <Mm große, zwischen Französisch-Gninea und Liberia gelegene Kolonie Sierra Leone, so finden wir hier eine niedrige, sumpfige und von Sandbänken begleitete Küste, welche für Schiffe schwer zugänglich ist. Im Norden springt die Halbinsel Sierra Leone, nach welcher die Kolonie benannt ist und auf der die Hauptstadt Freetowu liegt, weit ius Meer vor; im Süden.trennt eine Reihe von Lagunen die einförmig verlaufende Turner's Halbinsel vom Festland. Die bedeutendsten Inseln sind Sherboro und die Französisch-Gninea vorgelagerten Los-Inseln. Hinter der flachen Küste folgen niedere Hügelwellen mit Lateritboden, im Norden führt ein stark durchschnittenes Geläude zu deu bis 1100 m hohen Talla- uud Falaba- Plateans mit ausgezeichneten Weideplätzen. Von den zahlreichen Flüssen bietet in Folge ihrer Stromschnellen und Fälle keiner eine gute Wasserstraße.
Das Klima ist an der Küste, besonders während der Übergangszeiten zwischen April und Jnni und von Oktober bis Ende November, sehr ungesund, und Freetown ist als „Grab des weißen Mannes" berüchtigt; die Temperatur schwankt hier zwischen 20 und 34°, der jährliche Negenfall beträgt durchschnittlich 442 Centimeter. Auf den Hügeln hinter der Küste und mehr noch im Bergland ist das Klima natürlich gesünder.
*) Das zur Regelung dieses Zwischcufalls eingesetzte Schiedsgericht verurteilte im Juli 1902 Frankreich zur Zahlung einer Entschädigung vou WNl) ^str.