Innern noch sehr mangelhaft nnd die Kosten des Karawanenverkehrs sehr große sind. Eine besondere Erschwerung ihres Geschäftsbetriebs haben nichtfranzösische Kaufleute letzthin hier durch die 1899 eingeführte, weiterhin zu besprecheude Kon- zessious- und Monopol-Wirtschaft erfahren, und das Haus Wörmaun hat sich deshalb im Jahre 1902 veranlaßt gesehen, seine Niederlassungen im Französischen Kongo aufzugeben.
Als Zahlmittel gelten im Innern im allgemeinen noch Gewebe, Perlen uud Kanrimnscheln, doch führen die mohamedanischen Händler vom oberen Sanga, von Adamana und Bagirmi in den civilisierteren Gegenden schon den Gebrauch gemüuzten Geldes ein.
Plantagen von Kaffee, Kakao, Baumwolle, Reis uud Vauille siud frühzeitig vou der französischen Regierung, 1879 im größeren Maßstabe auch von Wörmann angelegt worden, haben aber bislang keine bemerkenswerten Resultate ergeben. Mit Kaffee sind etwa 250 Im bepflanzt.
Versuchsgärten der Regierung bestehen in Libreville und seit 1900 auch in Brazzaville.
Am nnteren Kuilu uud seineu südlichen Nebenflüssen sind bereits an mehr als hundert Stellen nennenswerte Lager von Kupfer, Ziuk, Blei uud Eiseu, hiu und wieder auch Silber gefunden worden, mit deren Ausbeutuug man aber noch nicht begonnen hat.
Die Arbeiterfrage läßt anch hier viel zn wünschen übrig und um deu Wegzug hiesiger Eingeborener möglichst zu erschweren, hat die Kolonialregierung im Jahre 1900 ein Reglement erlassen, welches diese Ausfuhr uach uicht- srauzösischeu Besitzungen nur nach vorher erlangter spezieller Konzession gestattet, die aber nur ausnahmsweise, auf kurze Frist uud jederzeit widerrufbar erteilt werden soll.
Da die wirtschaftliche Entwicklung des Französischen Kongo bislang eine sehr langsame gewesen war nnd keineswegs im Einklang mit den dafür gebrachten Opfern stand, beschloß die Regierung im Jahre 1899. es hier mit dem System der großeu Konzessionen zu versuchen, und dieser Gedanke sand bei französischen, besonders aber bei belgischen Kapitalisten eine verblüffend günstige Aufnahme. Ohne die Verschiedenheit der Verhältnisse im belgischen und französischen Kougo zu bedenken, ohne Vorstudien und ohne jede Überlegung, bildeten sich iu ewigen Monaten mehr als 100 Gesellschaften mit zusammen 60 Millionen Francs Kapital, um sich Konzessionen erteilen zu lasseu, die sich bald über das gauze Gebiet vou Französisch Kongo erstreckten. Diese vom Kolonialminister Guillaiu uud seinem Nachfolger Decrais erteilten Konzessionen zerfallen in 6 Gruppen, uämlich iu die vou deu Küsteuströmen durchzogeueu Küsten- Konzessionen; in die Ogowe-Konzessionen; in die Kongo-Konzessionen, welche sämtlich an den Hanptstrom stoßen und vom Likuala uud Alima durchströmt sind; die Sauga-Konzessionen bis Kuude uud zu den Qnellen des Kadai und