Französisch Kongo.
Die Anfänge zu dem heutigen großen französischen Kongoreich liegen in der Landschaft an der Mündung des Gabun, welche 1470 von den Portugiesen entdeckt wurde; diese trieben von dort aus bald einen schwunghaften Sklavenhandel und gründeten, verlockt durch das Gerücht von dem Goldreichtum des Laudes, iu deu ueuuziger Jahren des 18. Jahrhunderts auch eine Niederlassung auf der Jusel Couiquet au der Gabuu-Müuduug, gaben diese, in ihren Erwartungen enttäuscht, aber bald wieder auf, und zwei verrostete Geschütze auf der Jusel siud heute die eiuzigeu Überbleibsel dieser „Kolouisatiou."
Nachdem Portugals Macht an dieser Küste längst verblaßt war, fanden die Franzosen die Gabun-Mündung geeignet als Marinestützpunkt für die Unterdrückung des Sklavenhandels, uud der Kommcmdaut Bouet-Willaumez erwarb durch Vertrag vom 9. Februar 1839 mit dem Häuptling Denis zunächst einen kleinen Lmidstreifen am liukeu Ufer, weitere Verträge folgten uud im Jahre 1842 wurde eiue Faktorei am rechten Ufer, im nächsten Jahre das Fort Anmale angelegt. Die Ansiedluug wollte aber uicht gedeiheu uud nahm einen gewissen Aufschwung erst ab 1849 in der von Bouet-Willaumez geschaffenen und Libreville geuauuten Handelsstation am rechten Ufer, wo man von einem gekaperten Sklavenschiff befreite Kongoueger augesiedelt und damit ein Gegenstück zu den von den Amerikanern uud Engländern geschaffenen Neger-Ansiedelungen iu Liberia uud Freetowu gebildet hatte. Es folgten in den Jahren 1850—1865 eine Reihe Expeditionen von Du Chaillu uud audereu Forschern ins Hinterland, und durch Verträge mit den Häuptlingen wurde der französische Gabuu-Besitz bis znm unteren Ogowe ausgedehnt.
Im Jahre 1851 errichtete die bedeutende Liverpool-Firma Hatton und Cookson, 1862 das Hamburger Haus C. Wörmann Niederlassungen in Gabnn, doch nahmen im Laufe der Zeit die Chikaneu der frauzösischeu Verwaltung einen solchen Umfang an, daß sich nach uud uach ein großer Teil des Hcmdels nach der nahe gelegenen spanischen Insel Klein-Eloby zog, wo eine Verwaltung nur nominell bestand und die Kaufleute gauz uugebuudeu schalten und walten konnten.
In Frankreich selbst legte man der „Gabon" oder „France Equatoriale" genannten Kolonie keinen sonderlichen Wert bei, sprach noch 1870 davon, sie gegen das britische Gambia umzntanschen, und uach dein dentsch-französischen Kriege zog die frauzösische Regierung die bislang bewilligte Subvention zurück, das Land vorläufig sich selbst und weiterer Forscherthätigkeit überlassend.
Die Natnrforscher Compiögne und Marche fauden 1874 bei ihren Reise» ins Innere in den südlich vom Gabun mündenden Ogowe-Fluß, an welchem die