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West-Afrika / von Moritz Schanz
Entstehung
Seite
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noch die über Lagos gelandeten Waren. Frankreichs Anteil am Gesamthandel be­trug im Jahre 1900 8388000 Francs und dabei umfaßt seine Einfuhr keineswegs nur französische Produkte, sondern zum guten Teil Waaren fremder Herkunft, die nur in Frankreich verschifft, teilweise daselbst verarbeitet wurden. So stammt der französische" Brauutwein meist von ungarischem Spiritus, der in Marseille mit geeigneten Essenzen versetzt wird; das Mehl kommt von russischem Getreide, das in Frankreich zollfrei gemahlen wird, und auch die vou Frankreich ausgeführten Artikel Kaffee, Holz, Schmalz, Zement, Glasperlen, Seide und Steinkohle stammen zum Teil aus dem Ausland, sodaß Frankreichs eigene Waren in Dahomes Einfuhr kaum 2 Millionen 13°/^ repräsentieren. Im Jahre 1901 belief sich Frankreichs Anteil am hiesigen Gesamthandel auf nur 7,3 Millionen.

Auf Veranlassung des Gouverneurs Ballot hat sich denn in Paris 1899 auch ein besonderes Lomits äu valiome^ zu dem Zwecke gebildet, die wirt­schaftlichen Beziehungen zwischen dieser Kolonie und dem Mutterlande zu entwickeln.

Seitdem man 1899 die Zölle für Rum auf 45, für Gin auf 75 Fraues für 100 Liter erhöhte, ist die erwartete und bezweckte Verminderung in der Einfuhr von Alkoholika sehr bemerkenswert in Erscheinung getreten, denn dieselbe fiel von 4625 lil in 1899 auf 3028 im Jahre 1900.

In der Einfuhr steht Kotouu, iu der Ausfuhr Porto Novo au erster Stelle, dann folgen Grand Popo und Whydah mit zunehmenden, das durch den deutsch-französische« Grenzvertrag stark beschnittene Ague mit abnehmenden Handel.

Die wohlhabendere:! Eingeborenen sind geneigt, mit den Europäern in Geschäftsgemeinschaft zu treten.

Landkonzessionen, mit Ausnahme von 13800 K». in einem wenig fruchtbaren Gebiet Ober-Dahomes, waren bis vor kurzem hier uicht erteilt worden und das palmenreiche Land an der Küste ist meist im Kleinbesitz der Eingeborenen. Man hat sich nunmehr aber auch hier für das System der großem" Konzessionen entschieden und im Jahre 1900 der OomxaKnie äe l'Oukmö 136000 Kg. im Osten der Kolonie überlassen, wofür diese Gesellschaft je 1000 Francs während der ersten 5, je 2000 Francs während der nächsten 5 Jahre und vou 10. Jahre ab je 2000 Francs und 15°/^ vom Reingewinn zu entrichten hat. Das Dekret vom 5. August 1900 über Laudkouzessioueu trifft im übrigen ähnliche Bestimmungen, wie für die anderen französischen Guinea- Kolonien. ,

Die Borellrsche Eisenbahngesellschaft hat zur Verwertung der ihr zu­gestandenen Ländereien im Jahre 1902 dieLomMA-nie ^olonia-Ik «In valwine^" gebildet.

Schanz, Westafrika.

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