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West-Afrika / von Moritz Schanz
Place and Date of Creation
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155
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Dahome.

Die Landschaft Dahome, deren Hcmptort das nahe bei Abome gelegene Dorf Dahif war, gewann eine größere Bedeutung erst, als im Jahre 1625 der Häuptling Takudua Abome besetzte und dieses zur Hauptstadt eiues Reiches machte, welches unter König Guadja Trudo (1708 30) durch die Eroberung von Allada 1724 uud der anstoßenden Küste 1727 bedeutend erweitert wnrde Dabei wurden mehrere europäische Faktoreien zerstört uud viele Europäer uach der nenen später wieder mit Abome vertauschten Hauptstadt Allada ge­schleppt, dann aber wieder cutlassen, mit einziger Ausnahme des englischen Gou­verneurs vou Whydah lsprich Waida), der seine Feindschaft gegen Dahome mit dem Leben büßen mußte. Nach der Uuterwerfuug der Küste blühte der Sklaven­handel bald uoch mehr als je: Whydah uud die beuachbarteu Hafeuorte wurdeu die wichtigsten Ausfuhrhäfen für die schwarze Ware uud noch heute eriuuert der Name Sklavenküste an diese traurige Zeit. Im übrigen war Dahome durch seine Meuschenschlächtercien, seinen Schlangendienst und sein Amazoueukorps be­rühmt. Die Nachfolger von Gnadja Trndo kamen diesem an kriegerischen Geist nicht gleich und richteten ihre Züge mehr uach dem Innern, wo sie die Mahö unterwarfen und ihre Beutezüge bis nach Aschanti nnd Benin ausdehnten. Ein Versuch der Küsteustämme, Whydah zurückzuerobern, scheiterte 1763 vollständig, und die au der Küste lebeudeu Europäer mußten sich häufig eiue ziemlich schimpf­liche Behandlung gefallen lassen.

Im Jahre 1845 ließ sich das Haus R^Ais g.inv ^ Lis, an der Sklaven- küstc nieder nnd machte, fast gar nicht dnrch Konkurrenz belästigt, vortreffliche Geschäfte.

Im Jähre 1851 schloß Frankreich einen Handelsvertrag mit Dahome.nnd errichtete zum Schutze seiues Haudels iu Whydah eiu Fort uebeu deu dort schon vorhandenen euglischeu uud portugiesischem Weitere französische Faktoreien wnrden 1857 in Grand Popo*), 1864 in Klein Popo, 1868 in Agne nnd Porto Segnro angelegt, das Reich Porto Novo mit Kotonn wnrde l862 unter französischen Schntz gestellt, die Grenze gegen Lagos 1864 durch ein Abkommen mit England geregell. Die französischen Behörden gaben zwar' schon 1865 Porto Novo und Kotonn wieder auf, aber die französischen Kaufleute, die Marseiller Firmen Borelli de Regis und Daumas u. Lartigue wichen nicht nnd verhinderten England. Kotonn wegzunehmen. Die französische Regierung schloß 1878 eiueu ueueu Vertrag mit Dahome uud erneuerte damit ihren Rechtstitel anf Kotonn, ans Drängen der französischen Kaufleute hin kam 1883 auch eiu ueuer Schutzvertrag mit dem Häupt-

*) Popo stammt von dem portugiesischen Wort vüv«Aolt" oder hier Stadt."