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West-Afrika / von Moritz Schanz
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In weiterer Ferne, wenn mich bereits besprochen, liegt das Project, die Dahome-Bahn dem Niger entlang bis nach Timbuktu und dnrch die Sahara nach Algier weiterzuführen. Die Verbindung zwischen Kotonu uud Senegal via schiff­baren Niger und der im Bau begriffenen Bahn KayesBammako dürfte aber bereits iu diesem Jahrzehnt hergestellt sein.

Inzwischen haben die Franzosen den Verkehr am mittleren Niger dadurch au sich zu ziehen gesucht, daß sie iu Gayo, etwas oberhalb Jlo, im Jahre 1900 Vorkehrungen für eiue regelmäßige Überfahrt über den Strom getroffen haben uud dafür nur 10 Centimes auf jede Last berechnen, während die Engländer für ihre entsprechende Einrichtung iu Jlo 50 Centimes ans die Last erheben. Außerdem sicherten die Franzosen diese Karawanenstraße dnrch Etablierung von Posten an deu wichtigsten Märkten und Wasservlätzeu.

Der Telegraphen draht verbindet die Küstenplätze uud läuft von Porto Novo über Abome Caruotville KuandeDiapaga Fada N'Gurma uach Wagadugu, Zweigliuieu führeu vou Diapaga uach Say am Niger und von Carnotville über Parakn Nikki Kandi nach Madikali, gleichfalls am Niger: diese 1800 Km langen Anlagen sind bislang von den Eingeborenen niemals beschädigt worden.

Eine regelmäßige Post-Verbindung findet wöchentlich einmal in 0 Tagen zwischen Porto Novo uud Fata N'Gurma statt.

Einmal monatlich erscheint das .lournal oktiei^l än vabome^, die einzige Zeitnng der Kolonie überhaupt.

Was den Handel Dahomes anbetrifft, fo wies derselbe folgende Zahlen

auf in

1892

1895

1898

1899

1900

1901

Einfuhr

6,4

10,5

10,0

12,3

15,2

15,7 Millioueu Francs

Ausfuhr

7,2

10,5

7,5

12,7

12,8

10,5

Total

13,6

21

17,5

25

28

26,2

Die Hauptwerte der Ausfuhr liefern weitaus die Produkte der Olpalme und zwar verschiffte man 1899: 24850 Tons Palmkerne im Werte von 6958000 Francs nnd 9 650 Tons Palmöl im Werte von 5 423000 Francs, daneben kleine Mengen von Elfenbein, getrockneten Fischen, lebendem Vieh, Kautschnk, Kovra und Kolanüsse, während die Hauptposten der Einfuhr bestaudeu in Alkoholischen Getränken 4553000, Baumwvllgewebeu 1677000, Münzen 1901000 und Lebeus- mitteln 1001000 Fraucs. Im Jahre 1901 wertete die Ausfuhr vou Palm­kernen 4,8, von Palmöl 4,7 Millionen Francs.

Der Löwenanteil au Einfuhr nnd Ausfuhr fällt auf Deutschland und zwar führte dasselbe im Jahre 1900 Waaren im Werte von 5 Millionen Francs ein, obenan Alkoholika 2^ Millionen, Gewebe 683000, Tabak 531000 Francs, während England für 2726000, Lagos für 3399000, Frankreich und seine Kolonien für 3520000 Francs einführten. Im Jahre 1901 war Teutschland an der direkten Einfuhr iu Dahome mit 6,6 Millionen beteiligt und dazn treten