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Obgleich die Kolonie in den Flüssen Wheme und Mono zwei einigermaßen brauchbare Wasserstraßen besitzt, hat eine weitsichtige Verwaltung doch anch hier bereits mit einem größeren Eisen b a hub au begonnen und zwar mit einer 700 Km langen Linie, welche von Kotouu aus durch französisches Gebiet und uuter Umgehung der Stromschnellen von Bussang den mittleren Niger zwischen Karimama uud Madikali erreichen soll. Die Franzosen hoffen dadurch den Karawanenverkehr, der sich vom Tsadsee und Niger über Paraku im Hinterland von ^Dahome nach Kete Kratschi am Volta und somit nach Togo zieht, nach Kotonu abzulenken und gedenken deshalb die Bahn möglichst schnell zunächst bis Paraku (400 Km) fertig zu stellen. Von Kotonu aus soll eine 40 Km lange Küstenlinie nach Whydah, die Hauptbahu aber durch das fruchtbare Allada und das dicht bevölkerte eigentliche Dahome führen. Den Unterbau uud die Knnstbauteu dieser Bahn, deren Borarbeiten 1899 uuter Major Guyon regierungsseitig begonnen wurden, stellt die Kolonie selbst fertig urd wirft dafür jährlich 500000 Franes aus; diese Arbeiten begannen in Kotonu unter Leitung Guyon's am 20. Juni 1900 und von Ende 1901 ab soll der Unterbau in Abschnitten von je 50 Km der Gesellschaft überwiesen werden, welche Oberbau, Bahntelegrapb uud rollendes Material liefert und den Betrieb übernimmt. Diese Konzession ist im Juni 1901 vorläufig bis Tschaurn, etwa 400 Km, an Georges Borelli verliehen worden, den Inhaber einer der alten Marseiller Firmen, die seit Jahrzehnten an der Guiuea-Küste Handel treiben, uud dieser bildete die „t'vmpg.»nis trg.ntzg.is6 Ä6L ebemins cle fer äu vgbome^," an welcher belgisches Kapital stark beteiligt ist. Die Kolonie entschädigt die Gesellschaft durch Gewährleistnng einer Mindesteinnahme während der ersten 8 Betriebsjahre, wobei der Zuschuß 2 000 Fraues pro Kilometer nicht überstiegen kann, sowie durch Ländereien von 15000 lm zwischen Kotonu und Dan, 80000 Im in der Gegend des 7° 45' nördlicher Breite und 200000 ba zwischen 7" 45' und 9° nördlicher Breite; außerdem erhält die Coucessionärin Schürfrechte in ihren Ländereien. Für den Weiterbau über Tschauru hiuans nach dem Niger hat die Gesellschaft für 25 Jahre ein Borzugsrecht, falls sie uicht mit 15°,^ uuterboteu wird. Die Kolonie behält sich einem Anteil am Reingewinn vor. Die Konzession ist für 75 Jahre verliehen, jedoch darf die Kolonie die Linie vom 10. Jahre der Eröffnung der ganzen Strecke ab verstaatlichen. Die Spurbreite beträgt einen Meter, die Schwelle« siud aus Stahl uud die Kosten werden mit 55000 Francs pro Km angenommen. Bereits im Jahre 1901 waren an den Erdarbeiten 6 000 eingeborene Arbeiter aus Allada uud Abome beschäftigt, deren Beköstigung und Löhnnng zwischen ^4 und Frcmc für den Arbeitstag schwankte; darüber, ob sie freiwillig arbeiteten, widersprechen sich die Berichte. Man gedenkt, die ersten 100 Km bereits im Januar 1903 dem Verkehr übergeben zn können. Die englischen Kolonien Sierra Leoue uud Lagos haben durch ihre günstigere Lage in dem Wettbewerb bei der Anlage von Eisenbahnen nach dem Niger allerdings einen Vorsprung vor Seuegal und Dahome, aber die Franzosen hoffen, diesen Vorsprnng durch rascheres Baueu einzuholen.