Was die von den Fremden betriebenen Kulturen anbelangt, so Pflanzt man am Küstenstrich reichlich Kokospalmen, namentlich in der Nachbarschaft von Whydah und Porto Novo;. im Bezirk Abome—Calavi wurden Pflanzungen von Cear6.-Kautschukbänmen augelegt, im Bezirk Whydah und Porto Novo wird seit 8 Jahren mit großer Sorgfalt Kaffeeban getrieben und anch Kakaopflanzungen fiud bereits im Ertrag. Mehrere gut gedeihende Versnchspflanznngen von Kaffee, Kakao und Kautschuk in der Nähe von Porto Novo werden von, schon lange im Lande ansässigen, brasilianischen und portugiesischen Mischlingen betrieben. In Dogba, einige 60 Km von der Küste entfernt, befindet sich auch bereits eiue größere Baumwollpflauzung.
In der Nähe von Porto Novo ist, von der Regierung mit 5000 Francs unterstützt, eine Viehzuchtstatiou eingerichtet worden.
Die Verwaltung der Kolonie untersteht einem in Porto Novo residierenden Gouverneur, dem durch Dekret vom ll. Oktober 1899 augesichts des anhaltenden Aufschwungs eiu Verwaltuugsrat beigesellt wurde, bestehend aus drei vou ihm eruauuteu Beamten lind drei gleichfalls von ihm ans den angesehensten Einwohnern der Kolonie für zwei Jahre ausgewählten weiteren Mitgliedern.
Von der Kolouie Dcchome hüugeu auch die beiden Enklaven von je 50 Iiu. ab, die Frankreich durch Vertrag von 1898 in Foreados am Niger-Delta und in Badjibo (Landschaft Nupe) zugestanden uud im Jahre 1900 vou der Mission Tontöe abgesteckt wurden und die es jetzt zu Stapelplätzeu herrichtet.
Das Lokal-Budget für 1899 war in Eiuuahmeu uud Ausgaben mit 1 960000 Franes veranschlagt, die Einnahmen ergaben in der That aber 2760000 Francs. Im Jahre 1900 betrugen die ans nur 2,2 Millionen geschätzten Einnahmen, dank Ertragszunahme der Verbrauchsabgaben, 3,4, die Ausgaben knapp 3 Millionen und die Vermögeusrücklage der Kolouie stellte sich am l. Juli 1901 auf 810000 Francs. Die im Juli 1899 eingeführte Kopfsteuer betrügt 2-^ Fraucs im Küstengebiet, 1^ Francs im Hinterland, wo die Steuer in Vieh oder Waren entrichtet werden darf, und zwar erhalten die Dorfschulzen für die Eintreibung dieser Steuer 20°/„ von ihrem Ertrag. Die Kopfsteuer ergab schon im ersten Jahre 266000, im Jahre 1900: 588000 Francs.
Die erste größere öffentliche Anlage in der Kolonie war die 1891/2 geschaffene, 300 m lange eiserne Landungsbrücke für Brauduugsboote in dem Hanptort Kotonu, welche seiner Zeit notwendig wurde, um Kauoueu uud auderes Kriegsmaterial landen zu köuneu und die anch für Löschung von Eisenbahnmaterial geeignet ist. Diese auf eisernen Trägern ruhende Brücke wurde vou einer Privatgesellschaft, der Loeiktö än'VVba.rk, mit staatlicher Zusicherung von jährlich 50000 Francs für die Betriebskosten eingerichtet und erlaubt eiu ebeuso sicheres, wie schnelles Ent- und Beladeu der Schiffe. Die Verladungsgebühren betragen hier 9 Franes Brückenspesen und Versandt bis Porto Novo 16 Francs für die Tonne. Durch eiueu über die Nehrung führendeil Schienenstrang steht die Brücke mit der Lagiiue vou Porto Novo in Verbindung, welche letzthin gebaggert uud vertieft wurde.