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Weitaus der wichtigste Platz ist also die aus der Insel Tumbo gelegene Hauptstadt Conakry. Noch im Jahre 1889 stand hier weiter nichts, als ein in dichtes Gebüsch eingebettetes Dorf mit nnr 300 Einwohnern nnd einer französischen und einer deutscheu Faktorei; aus diesen bescheidenen Anfängen heraus hat sich in kurzer Zeit eine der schönsten Städte Westafrikas entwickelt, welche heute 13000 Einwohner und etwa 30 Faktoreien zählt, zwei private und eine öffentliche, 250 m lange Landungsbrücke nnd gute Wasserversorgung dnrch Brunnen besitzt und mit dem Festland durch eiue Brücke verbuudeu ist, über welche die Straße bis Faraua am Niger führt. Der früher nach der Sierra Leone Küste gegangene Handel ist teilweise bereits nach Conakry gelenkt und man hofft, auch den Handel von Timbuktu, Segn Sikoro nnd dem oberen Niger nach hier leiten zu können.
Landkonzessionen werden nur auf der Insel Tumbo erteilt uud zwar für französische Ansiedler bislang unentgeldlich. Auf dem Festland kann Grund nud Boden nur vou deu Eiugeboreueu erworben werden und zwar meist durch langfristige Pachtverträge, welche der Genehmigung der Regierung bedürfen. Größere Laudkouzessiouen als auf höchstens 10 000 ba ist man in Französisch Gninea nicht zu erteilen geneigt, während sich die andern Küstenkolonien, nach dem Vorgang von Französisch-Kongo, für das System der „großen Konzessionen" entschieden haben.