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West-Afrika / von Moritz Schanz
Entstehung
Seite
141
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Französisch-Gninca.

Wir haben gesehen, daß die kleine Felseninsel Goree dank ihrer günstigen strategischen Lage bald auch ein Stapelplatz für den Handel zwischen Senegal und Kongo geworden war. Zahlreiche Händler hatten in Goree ihre Magazine und gingen von hier aus nach den Flußmündungen der Guinea-Küste auf kleinen Schiffen, welche ihueu stellenweise erlaubten, ziemlich weit ins Innere ein­zudringen. Dieser Handel war, wenn nicht sehr umfangreich, so doch sehr lohueud, freilich hinderten die feindlichen Dispositionen der Eingeborenen für lange Zeit die Errichtung fester Niederlassnngen. Der unternehmende Andre Brne war zwar bis Guinea vorgedrungen uud hatte die Portugiesen znr Ab­tretung der Insel Bissao und die Eingeborenen zur Überlassung der Insel Bolama gezwungen, aber es war ihm uicht vergöunt gewesen, die großartigen Koloni- sationspläne, die ihm vorschwebten, zur Ausführung zu bringen, und unter seinen unfähigen Nachfolgern giug alles, was er geschaffeu, zu Grunde. Erst gegen Mitte des 18. Jahrhunderts führteu die Sklaveuhäudler au deu Hafenplätzen massive und befestigte Magazine ans, um dort die Sklaven bis zur Ankunft der Dreimaster sicher uuterzubriugeu, und die Ruineu dieser Bauten uud verrostete Kauoueu siud heute uoch am Rio Pongo, auf der Insel Matakong und am Mella- coree zu finden. Den Kernpunkt des Verkehrs bildete eben der Sklavenhandel, der hier zahlreiche Schlupfwinkel fand, nnd dessen Aufhebung bedeutete denn mich so ziemlich deu Ruin des Handels mit Guinea überhaupt, da etwas Wachs, Elfen­bein uud Goldstaub zu einem nennenswerten Tauschhandel uicht genügten. Am Rio Nuuez wareu zwar französische Händler etabliert, aber die französische Re­gierung betrachtete diese Ansiedlungen an denlaviere« clu 8uä" nach ihrer Lage zu St. Louis und Goree so beuauut uur als Handelsniederlassungen, in welchen sie höchstens dauu einzugreifen habe, wenn das Leben ihrer Staats­angehörigen in Gefahr sei. Zwar bombardierten uud besetzten die Franzosen uud die Belgier zusammen 1849 Boke uud ersetzten dessen König, welcher den Sklaven­handel nicht unterdrücken wollte, durch seiueu Bruder; eiue dauernde französische Festsetzung in dieser Gegend begann aber erst 1865 durch Verträge mit dein König der Nalus und dem Almmny vou Moreah, deueu 1866 solche mit dem König vou Rio Pougo, 1879 mit dem von Samo, l88Z mit dem Herrscher vou Bramayah uud 1884 mit dem König von Lakata folgten. Diese Häuptlinge hatteu sich der französischen Schutzherrschaft uuterworfeu iu der Hoffnung auf jährliche Subventionen und auf Uuterstützuug im Kriege gegeu ihre Nachbarn, in der That aber reichte die französische Autorität uicht weiter, als die Kauoueu ihrer Kriegsschiffe, uud die Eugläuder schadete» vou Sierra Leone aus deu Fran- zoseu, wo sie kouuteu. Die iu Dubreka etablierte Stuttgarter Firma Fr.