— 145 —
es ergab sich somit ein Überschuß von fast 2 Millionen Francs. Das Budget für 1901 weist in den ordentlichen Eiuucchmeu uud Ausgaben 2895000 Francs anf und unter den Einnahmen I//2 Millionen Kopfsteuer, 530000 Francs Ausfuhrzoll, 645000 Francs Konsumtnxen, 10000 Francs Einfuhrzölle uud 100000 Francs Gewerbe-Patente, welche jährlich 60—600 Francs kosten. Das außerordentliche Budget umfaßt 4 Millionen Franes für den Eisenbahnban, welche Summe durch Auleihe aufzubringen ist. Der Ertrag der Kopfsteuer von jährlich 2 Francs wird ungefähr zur Hälfte zwischen der französischen Kolonialverwaltung und den Häuptlingen geteilt. Die „Konsulnabgaben" treffen hauptsächlich Spiritnosen, Tabak, Salz, Petroleum, Waffen und Mnnition, während der erst seit Anfang des Jahres 1900 in Kraft getretene Einfuhrzoll 5°/„ vom Werte einer Reihe weiterer Artikel betrügt.
Für den Verkehr ist bereits recht Anerkennenswertes geleistet worden. Eine 500 Km lange Eisenbahn nach Futa Dschallon und Kurussa am schiffbaren Niger wurde schon 1895/6 in der Richtnng des Karawanenwegs dnrch den Kapitän Salesses tracirt, welchem auch die Leitung der weiteren Arbeiten übertragen ist, nachdem die Kolonie 1899 die Erlaubnis erhielt, für den Eisenbahnban eine iu 40 Jahren zn amortisierende Anleihe von 8 Millionen Franes aufnehmen zn dürfen, womit man die ersten 120 Km fertig zu stellen hofft. Für die weiteren Strecken warm Unterhandlungen mit einer Gesellschaft im Gange, welche gegen feste Zuschüsse uud Ländereien den Bau und den Betrieb eventuell überuehmen würde. Die Erdarbeiten an der Bahn sind im Jahre 1900 an verschiedenen Stellen zugleich begouuen worden nnd zwar begann man mit dem Bau eiuer Fahrstraße von Conakry nach dem Niger, welche der Eisenbahn als Unter-1 >t bau dienen soll und im Jahre 1900 bereits Friguicigbe (150 Km) erreicht hatte, sodaß der Generalgouverneur von Westafrika bei einer in diesem Jahre abgehaltenen Besichtigungsreise hier und im Hinterland bereits mehrere 100 Km beqnem im Motorwagen zurücklegen konute. Die Erdarbeiten der bis Frigniagbe von der Kolonie selbst in eigener Regie gebauten Bahn wurden durch Gruppen von Schwarzen unter je einem farbigen Werkführer bis Mitte 1902 beendet und diese Strecke dürfte bis Ende 1903 vermutlich im Betrieb sein. Die Kolonie nahm dafür bislaug 12 Millionen Francs bei der Hinterlegungs- und bei der Altersrentenkasse auf. Man hat jetzt die Trace derart festgestellt, das sie das Gebirge Futa Dschallon umgeht, mithiu keiue besonderen Gelände-Schwierigkeiten bietet und den oberen Niger bei Kardamania oberhalb des wichtigen Handelsplatzes Kurussa erreicht. Die Gesamtkosten der 681 Km langen Linie bis zum Niger siud auf 68 Millionen Francs veranschlagt. Die „westafrikanische Schweiz", Futa Dschallou mit seiner rührigen Peulh-Bevölkeruug, soll durch eiue Zweigbahu aufgeschloßeu werden.
Der Telegraph, mit dessen Leguug 189«; begonnen, erreicht heute von Conakry ans über Boke, Kade nnd Kautilifa, der Ostgrenze Portugiesisch Guineas
Schanz, Wrstafnka. 10