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West-Afrika / von Moritz Schanz
Entstehung
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Als Geld kursieren im Küstengebiet französische Münzen, ab Bammako bilden bis Tiinbnktn im ganzen Nigerthal und anch in einem Teile der Süd- und der Volta-Region Kanri-Mnscheln, von denen 9601000 einen Franc werten, die gangbare Münze. Am häufigsten ist hier der Tausch gegen Salzbarren, Kola­nüsse oderGuineas", d. h. indigoblane Banmwollstosfe in Stücken von 15 m, welche früher in Schwere von 1^ li«' von Indien, später von Europa kameu, im Laufe der Zeit aber immer leichter und schlechter wurden; auch Glasperleu, und in den Metallgegenden schmiedeeiserne oder kupferne Staugeu bildeu beliebte Tauschobjekte. In deu fremden Faktoreien bekommt der Eingeborene seine Pro­dukte bar bezahlt, giebt dieses Bargeld aber oft im gleichen Hause wieder für Einkäufe aus.

Was die Fremden bislang von Industrieanlagen geschaffen haben, be­schränkt sich ans elektrische Lichtstatioueu iu St. Louis (1888) und Rnfisque, eine Eisfabrik in St. Lonis (1892) und eine Ziegelei bei St. Louis (1897), während die am Senegal und am Casamauca vor einigen Jahren etablierten Ölmühlen für Erduüfse uud Palmkerue ihre Arbeit einstellten, weil die Löhne uud der Ein- staud des Öls zu teuer ausfielen. Rechnet man hier doch den Tagelohn eines schwarzen Handwerkers mit 5 Francs, in Französisch-Gninea sogar mit 7 Franes.

Ein besonderes Interesse wendet man neuerdings wieder dem Bergbau zu. Das Vorkommen von Gold, besonders in Bcnubuk, war schon frühzeitig den Portugiesen und den Franzosen bekannt, doch wurde das edle Metall immer nur ganz rudimentär gewonnen. Neuerdings hat nun die Bergbau- und Handelsgesellschaft von Satadugn über 100 Tons schwere Maschinerie für Goldbergbau am Faleme dnrch wegloses Gebiet vom Senegal ans über 150 lcnr weit mit Hilfe von 600 m transportablem Eisenschienen, 12 Waggons und Negerkrästen an Ort und Stelle gebracht uud mau darf gesvcmut darauf sein, wie sich der Goldertrag bei ratio­nellem Betrieb entwickeln wird. Der Minenbetrieb ist dnrch Gesetze von 1896 uud 1899 geregelt. Eisen, welches besonders stark vertreten ist, kann wegen der Transport- nnd Arbeiterschwierigkeiten bislang ebenso wenig wie andere Mineralien ausgenutzt werden, dagegen ist von großer Wichtigkeit die Ge­winnung vou Salz. Dieses bildet iu Blöcken uud Würfeln im Inland eiuen der begehrtesten Artikel und wird iu der Sahara, iu Taodeui, iu Sebka Jdschil und Sebka el Khadera gewouueu, sowie iu deu Salinen vou Saudiole, südlich vou St. Lonis.

Plautageu betrieb seiteus der Fremdeu existiert im Senegal bislang noch nicht, au Land-Konzessioueu wcireu im Jahre 1900 im Casamanc^a-Gebiet verlangt nud erteilt" 170000 im.

Das Bodeurecht ist nach dem Mnster der anstralischen Torrens-Akte, wenn mich einfacher, geregelt.

Im Übrigen hat man anch hier unter dem 20. Juli 1900 uach Analogie der Bestimmungen im Französischen Kongo folgende Regeln für Konzessions- erteilnngen aufgestellt: