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West-Afrika / von Moritz Schanz
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Ein Kabel verbindet seit 1884 St. Louis mit Teneriffa und ist von hier aus nach Cadix fortgesetzt; auch Goröe uud Dakar sind durch Kabel ver­bunden.

Der Land-Telegraph führt nach allen Hauptpunkten des Juueru uud hat schon 1899 Timbuktu erreicht. Die Gesamtlänge der Telegraphenlinien im Senegal uud Sudau im Jahre 1899 betrug 5929 Icm.

Die einzige Zeitung dieser Kolonie ist das wöchentlich einmal in St.Lonis erscheinende.lonrnal otüeisl äs 1 ^kric>ne oeeiäentalk trancMse."

Die Handelsbewegnng Senegals hat eine recht nennenswerte Steigerung auszuweisen, wie aus folgenden Zahlen erhellt. Der Gesamthandel Senegals mit Frankreich betrug 1818: 5,1, 1850: 9,8, 1855: 19,5, 1860: 23,3, 1865: 29,2 Millionen Francs.

Die Einfuhr wertete 1890 1895 1898 1899 1900 1901

Total 21,9 28,2 33,1 52,4 46,8 54,2 Millionen Franks.

davon ans Frankreich 9 18,5 20,9 36,2 29 33,3 Die Ausfuhr wertete

Total 12,5 12,4 29,1 23,7 32,9 26,5

davou uach Fraukreich 10,4 9,1 23,1 17,4 26,9 und zwar bestand im Jahre 1899

die Einfuhr besonders aus: Baumwollwareu 13, Eisenwaren 5,3, Blätter­tabak 2, Kolanüssen deu Eingeborenen uötiger als Brot 1,4, Alkoholischen Getränken und Zucker je 1,1 Millionen, Pnlver 416000, Waffen 178000 nnd Glaswaren 300000 Fraues, währeud

die Ausfuhr im gleichen Jahre die Hanvtvosten Erdnüsse 12,l, Gummi 3,5, Kautschuk 2,2 Millionen. Gold 549000, Vogelbülge und Schmuckfedern 127000, Palmkerne 62000 und Elfenbein 41000 Fraues aufwies.

Vou der Einfuhr des Jahres 1901 stammten: aus Frankreich 33,3, ans französischen Kolonien 3,8, aus Euglaud 6,9, aus englischen Kolonien 3,5, aus Nordamerika 3,2, aus Deutschland 0,8 Millionen Francs.

Die Haupthandelsplätze sind an der Küste: Dakar und das diesem vorliegende Goröe, Rufisque, St. Louis und im südlichen Teile Carabane; am Senegal: Dagana, Podor, Bakel und Kayes, letzteres besonders für Kautschuk während das 1854 besetzte Mediue, welches bis 1880 den äußersten vorgeschobeueu französischen Posten bildete, ebenso wie Timbuktn besonders wegeu des Gummi­harzes wichtig ist. Handelskammern bestehen in St. Louis, Rufisque, Dakar und Gor6e.

Seit einigen Jahren haben sich in Senegal und in Französisch-Guinea anch syrische Händler eingefunden, welche, Laudesprodukte eiutauscheud, iu deu Sudau hineinziehen uud dem Europäer unangenehme Konkurrenz machen; seit kurzem hat man sie mit einer besonderen Steuer von 30 Francs pro Monat belegt.