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Abgesehen von den militärischen Ansahen hat das Mutterland in den letzten Jahren für den Senegal keine Zuschüsse zu leisten gebraucht, die Finanzen sind daselbst vielmehr so wohl geordnet, daß diese Kolonie bereits die vorgeschriebene Bermögensrücklage von sechs Millionen Franes voll besitzt. Für öffentliche Arbeiten hat Senegal 20 Millionen Anleihen aufgenommen nnd zu verziüseu.
Der Oberbefehlshaber der westafrikanischen Truppe, welche ans französischen Marinesoldaten und eingeborenen Tirailleurs und Spahis besteht, untersteht dem Generatgonverneur und hat seinen Sitz in St. Louis. In dem eigentlichen Senegal-Gebiet stehen gegenwärtig 2600 Mann, darunter 1180 Eingeborene, in den Militärbezirken 8500 Mann, einschließlich 4700 Eingeborene.
Das von der Regierung beaufsichtigte uud geregelte Volksschnlwese n steht uuter Leituug der Brüder vou PloLrmel, der Schwestern vom Heiligen Joseph, der Schwestern von der unbefleckten Empfängnis und der protestantischen Pariser Mission; doch haben diese Schulen schwer gegen die mohamedanische Konkurrenz zu kämpseu.
Was deu Verkehr anbetrifft, so wird derselbe teils zu Wasser, teils mittelst Kamel- uud Esel-Karawanen und durch Träger, stellenweise schon durch Automobile vermittelt. Beschotterte Fahrstraßen sind im eigentlichen Senegal im ganzen allerdings nur etwa 20 Km vorhanden und diese werden wenig benntzt; dagegen existieren 3800 Km 8 bis 10 m breite unbeschotterte nnd nicht nivellierte, von Gebüsch befreite Durchhaue und dieseu Wegeu cutlaug sind in Entfernungen von je 25—30 Km Bruuueu für Trinkwasser augelegt.
Die Flußschiffahrt auf dem Senegal kann von St. Louis aus auf einer Strecke vou fast 700 Km während der Regenzeit von Mitte Jnni bis Mitte November mit Dampfern von 12 Fnß Tiefgang in 8—10 Tagen bis Kayes nnd bis zu den Fällen von Feln, oberhalb Medine betrieben werden, ja während einer allerdings nur kurzen Periode, etwa vom 15. Angust bis zum 10. September, können selbst Ozean-Dampfer von 2000—2500 Tons bis Kayes hinaufgehen; steigt der Wasserstand bei Bakel während der Regenzeit doch nm l5 in. Während der trockenen Zeit mit ihrem Niedrigwasser, also von November bis Juni, können Schiffe mit 8 Fuß Ticfgaug allerdings nur bis Masu etwas oberhalb Podor (350 Km vou der Müuduug) vordriugeu. Auch der Mittellauf des Niger ist uach beide» Richtnngeu hin schiffbar nnd zwar von Bammako aus flußaufwärts für Schaluppen von 2—3 Tons bis Sigiri (210 Km» während des ganzen Jahres, bis Kurussa (350 Km) nnd Kankan am Milo (360 Km) nur vom Jnni bis Dezember. Die kurze Strecke zwischen Bammako uud Kulikoro ist der Niger allerdings nicht fahrbar, dagegen ist derselbe von Knlikoro flußabwärts bis Segu (160 Km), Dscheuue (445 Km) uud Knbara, dem Hafen von Timbnktn (825 Km) für 5 Tonnen-Fahrzeuge das gauze Jahr über, für solche von 50 Tons Größe uur vou Juni his Januar schiffbar. Von großer Wichtigkeit sind die im Jahre ltt95 erfolgten Feststellungen des bekannten Tahome Forschers Major