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Tn^ Heidentum zeigt sich als Fetischismus, aber uirgeudS mit so blutigen Gebräuchen wie au der Küste uud im Juueru vou Guiuea. Der Islam ist außer bei deu Saharavölkern am meisten iu deu Bergländern am obereu Senegal uud in Gambia herrschend geworden und von da ans längs dieser Flüsse nnd dem Rio Nunez entlang allmählich bis zum Ozean vorgedrungen. Auch die christliche Missiou ist hier seit langer Zeit thätig nnd neben katholischen Orden wirkt die Pariser protestantische Mission. Die Europäer setzen sich zusammen ans Beamten, Militärs nnd Kaufleuten, welch' letztere an der Küste Faktoreien angelegt haben und zwar beträgt die Gesamtzahl der Weißen etwa 3000, wozn 3—4000 Mischlinge treten.
Die eingeborene Bevölkerung betreibt fast ausschließlich Ackerbau nnd Viehzucht, uud zwar bildet die Hauptkultur groß- uud kleinkörnige Hirse iu vieleu Spielarten, znr Zubereitnng des nationalen Kuskns dienend, nnd daneben die Erduuß. Mit Hirse, meist 8m-ft-bum vulgäre, siud etwa l50000 Im bestellt, daneben wird als Ersatz für Hirse in zunehmendem Maße Mauioe, im Casaman^n-Gebiet sorgfältig Reis angebaut. Judigo uud Baumwolle wachsen wild, letztere kommt außerdem in kleinen Bolkst'nltnren vor nnd man sucht die Anpflanzung derselben möglichst zn fördern. An der schiffbaren Strecke des Nigers zwischen Dschenne nnd Say, ans einer Länge von etwa 1400 Km, finden sich ÜberschwemnningSverhältinsse wie am Nil und auch dieses, auf 6 Millionen Hektar geschätzte Gebiet dürfte für Bannnvollpflanznngen in Betracht kommen. Die am häufigsten vertretenen kiesel- uud kalkreichen Sandboden, wie z. B. der größte Teil des Cayor, zwischen der Senegalmündnng uud Kap Verde, liefern besonders Erdnüsse, Manioe und kleiuköruige Hirse; die sandigen und lehmigen Anschwemmungen an den Flußmündungen eignen sich nicht für Erdnüsse, wohl aber für Baumwolle uud gewisse großköruige Hirsesorten. Die eiseichaltigen roteu Lateritbödeu siud am wenigsten kultiviert, tragen vielfach aber schöne Wälder, nnd wo der Latent von einer Sandschicht bedeckt ist, bildet er ergiebigen Ackerboden. Im Innern und besonders in Futa angetroffene Schieferböden siud sehr geeignet für Anbau vou Mais und groß- körniger Hirse.
Die wichtigste Knltur für die Ausfuhr bildet diejenige der Erdnuß, welche von Ende Inni bis Jnli gesät nnd Eiwe Oktober bis November geerntet nnd besonders im Cayor-Gebiet längs der Bahn St.Louis— Dakar augebaut wird, welche billigen Transport ermöglicht. Die Senegal Erd uuß ist die beste aller Sorten überhaupt und wird bekanntlich hauptsächlich znr Bereitung von Speiseöl benutzt, welches dem Oliveuöl erfolgreich Konkurrenz macht; 1W Nüsse ergeben 40—45 ^ Öl. Mit steigender Produktion nnd Ausfuhr sind freilich die Preise der Erdnuß wesentlich gesunken, wie folgende .'ablen zeigeu für die Jahre