Hieraus, wie aus den vorhergehenden Darlegungen, erhellt einmal, Haß unsere Kolonien noch ziemlich wenig bergmännisch erforscht sind. Ausgebeutet werden bisher nur Granaten, Glimmer in der Nähe der ostafrikanischen Küste und Kohle in Weihsien, das Bahnverbindung zur Küste besitzt. Es könnten ferner mit gutem Erfolge abgebaut werden Gold, Kohle (und Malachit) in Ostafrika, Silber, Kupfer, Marmor in Süd- westasrika, sowie Eisen in Kamerun und Togo, wenn eine Eisenbahnverbindung zur Küste geschaffen würde. Dies ist leider bisher nur für die Kupferlager im Otavi-Gebiet und die Eisenlager in Togo in Aussicht.
t) Der Handel.
Soweit die Ausfuhr der Kolonien in Betracht kommt, ist dieselbe im Wesentlichen bereits in den Abschnitten über die Urproduktion, die Produktion der Eingeborenen und die Produktion der Weißen nach ihren Hauptbestandteilen eingehend erörtet worden.
Der Wert der gesamten Ausfuhr, sei hier nochmals übersichtlich vorgeführt (1399/1900):
1000
1000 N.
Deutsch-Ostasrika . . .
3 000
Kiautschou.....
240»)
Deutsch-Südwestafrika .
1400
Neu-Guinea.....
1100
4 600
Marshall-Jnseln . . .
500
2 600
1 500
11 600
3 340
11 600
14 940
*) Umfaßt nur die Ausfuhr nach Deutschland.
Die Gesamtausfuhr der deutschen Schutzgebiete erreicht also bisher kaum den Wert von 15 Millionen Mark, ist aber, wie die früheren Abschnitte dargetan haben, starker und andauernder Steigerung fähig, wenn es gelingt, die Produktion der Eingeborenen zu heben, die Schutzgebiete (bes. Südwestafrika) zu besiedeln und damit den Ackerbaubetrieb durch Weiße zu ermöglichen, Viehzucht rationell und in großem Umfange zu betreiben, den Minenbetrieb auszubreiten und durch vermehrte Plantagenkulturen größere Mengen wertvoller Tropenprodukte zu gewinnen.
Da die Erfüllung dieser Vorbedingungen für eine weitere Erhöhuug der Ausfuhr indessen, wie die bisherigen Ausführungen gleichfalls haben erkennen lassen, erst von einer vielleicht nicht sehr naheliegenden Zukunft zu erwarten ist, die Ausbeutung vorhandener Werte der Urproduktion (nach Abschnitt III) ferner einer besonderen Steigerung kanm fähig sein dürfte, so wird die Ausfuhr der Kolonien in der nächsten Zeit sich aller Wahrscheinlichkeit nach auf der bisherigen Höhe erhalten, eine erhebliche Steigerung jedenfalls nicht aufzuweisen haben. Mit dieser Tatsache haben wir uns abzufinden.
Was nun die Einfuhr anlangt, so sind die darüber veröffentlichten Statistiken mit großer Vorsicht zu lesen, wenn man ein zutreffendes Bild von der wirtschaftspolitischen Tragweite des Imports erhalten will.