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Erwartung nämlich, daß die Erleichterung der Transport- und Berkehrs- verhältnisse auch eiue wirtschaftliche Eutwickluug nach sich ziehen wird. Dieser Art sind die Usamvarabahn und die jetzt in Angriff genommene Mrogorobahn in Ostafrika sowie die geplanten Kamerun- und Togo-Bahnen.
Solche Stichbahnen in aussichtsreiche Gebiete oder zur Befriedigung nächstliegender Verkehrsbedürfnisse^) sollten zunächst überhaupt nnr ins Auge gefaßt werden, da für eine großzügige Eisenbahnpolitik in den Kolonien die Zeit noch nicht gekommen zu seiu scheint.
Die Bahuliuie Swakopmuud-Wiudhuk trägt einen besonderen Charakter, da in Südwestafrika der Brennpunkt der Entwicklung im Innern des Landes, nicht wie bei den übrigen Kolonien an der Küste gelegen ist.
Post- und Telegraphenverkehr inuerhalb der Schutzgebiete siud meist für die nächsten Bedürfnisse ausreichend organisiert. Auch der Fernsprechdienst ist stellenweise eingerichtet worden. Um eine Vorstellung davon zu geben, in- wie ausgezeichneter Weise gerade die Reichspost- verwaltung sich ihrer Aufgaben in den Kolonien angenommen hat, sei erwähnt, daß insgesamt bereits über L0 Postämter eingerichtet worden sind.
Ii) Die Absatzverhältnisse.
Für die in den Kolonien gewonnenen Rohprodukte oder Fabrikate kommen als Abnehmer inbetracht:
1) die Eingeborenen im Schutzgebiet;
2) die Weißen im Schutzgebiet;
3) benachbarte oder entferntere Ländereien in demselben oder einem anderen Erdteil;
4) das Mutterland.
Je uäher der Abnehmer, um so größer natürlich die Rentabilität; daher werden z. B. die Südseekolouieu besser daran tun, ihr Augenmerk ans den Absatz nach Australien oder Ostasien zu richten als nach dem Mutter- laude. Die Südwestafrikaner werden im allgemeinen den Export von Schlachtvieh vorteilhafter nach dem Kongostaat, dem Kaplaude oder uach Transvaal bewirken als nach der alten Heimat. Doch kommen anch die allgemeinen Marktverhnltnisse hierbei inbetracht. Seinen Rohrzucker wird Ostafrika am besten nach Indien, einem Rohrzuckerlande, verkaufen, weil Judien soviel exportiert, daß es denJnlandbedarf nicht mehr aus eigeuem decke» kcmu.
Diese weuigen Bemerkungen mögen an dieser Stelle genügen, nm anzndeuteu, daß bei der Frage des Absatzes die verschiedensten Momeute mitsprechen. Da zudem die Absatzverhältuisse je uach deu eiuzeluen Wareugattuugen gänzlich verschieden sind, so werden sie praktisch im 3. bis 5. Kapitel bei den einzelnen Produkten mitbesprochen werden.
5) wie bei der Küstcnbahu in Togo.